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Hölzel und die Wiener Secession

Mädchenakt vor gelber Wand

Hölzel zieht 1871 von Olmütz nach Wien und beginnt dort sein Studium an der Kunstakademie. 1898 wird er Mitbegründer und aktives Mitglied der Wiener Secession. Im Wiener Jugendstil erscheint das Bild vor allem als Fläche in Kombination mit ornamentalen Elementen. Diesen Ansatz nimmt Hölzel in zwei theoretischen Aufsätzen von 1901 und 1904 auf. Seine Überlegungen zur „Verteilung der Formen und Massen“ auf der Bildfläche werden in dem Gemälde „Mädchenakt vor gelber Wand“ anschaulich:

Vor einem hellen, flächig gefassten Hintergrund zeichnet sich ein sitzender Mädchenakt ab. Eine rot- grüne Linie verdeutlicht den Umriss des weiblichen Körpers und grenzt diesen wie im Gegenlicht von der Umgebung ab. Die Figurendarstellung entspricht dem Wiener Jugendstil, wie zum Beispiel im Werk von Klimt oder Hodler. Das Verhältnis von Figur und Fläche folgt unterschiedlichen Perspektiven, von der Aufsicht bis zur Frontalperspektive. Die Farbgebung folgt starken Kontrasten, die Spannung zwischen hell und dunkel wird durch die rot-grüne Kontur des Körpers irrisiert. Mit der satten Farbgebung orientiert sich Hölzel an den farbintensiven Werken von van Gogh und Paul Gauguin.

Kunstforum Ostdeutsche Galerie

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