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„Musikalische Malerei“

„Fuge (über ein Auferstehungsthema)“Foto: Ausstellungskatalog

Ab 1915 erinnern Hölzels Bilder in ihrer Struktur an bunte Glasfenster. Dies zeigt sich beispielhaft in dem Gemälde „Fuge (über ein Auferstehungsthema)“. Die lineare Flächenstruktur dieses Bildes gleicht einem Mosaik aus unregelmäßigen prismatischen Formen, die von dunklen Linien konturiert werden. In der Farbgebung dominieren kontrastreiche Primär- (Gelb, Rot, Blau) und Sekundärfarben (Orange, Violett, Grün). Die intensiven Farbfelder vermitteln in ihrer spezifischen Eigenhelligkeit den Eindruck, aus dem Bild heraus zu leuchten.

Die „Fuge“ ist ein Paradebeispiel für die musikalisch-malerische Analogie, die Hölzel, ein hervorragender Geigenspieler, in seinem Werk thematisiert. Nach dem Vorbild der musikalischen Harmonielehre setzt Hölzel die Farbtöne in Bezug auf den von ihm benannten Farbkreis. Im Bildaufbau orientiert er sich an die Kompositionsgesetze einer Fuge. Das Thema Auferstehung fasst Hölzel symbolisch in eine pyramidale Form, die er wie in der polyphonen Satztechnik in verschiedenen Farbklängen variiert. Im harmonischen Gefüge der formalen und farbigen Gestaltung werden verschiedene räumliche Ebenen suggeriert. Die gesamte Bildfläche erscheint wie ein kristallines Feld.

Kunstforum Ostdeutsche Galerie

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