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Unvollendetes lässt Spielraum

Farbkomposition. Um 1915Tusche, farbig bemaltes Transparentpapier, Collage auf Papier, 12,5 x 10,2 cm, Privatbesitz

Linie, Farbe, Fläche – „damit ist zu wirtschaften“. Immer wieder betont Adolf Hölzel, dass der Künstler mit diesen Mitteln zu arbeiten habe. Wie viele Künstler dieser Zeit erprobt auch er die Möglichkeiten der bildnerischen Ausdrucksmittel wie z.B. in der Technik der Collage. In seinem Werk kombiniert Hölzel unterschiedliche Bildtechniken miteinander und experimentiert mit Papier- und Stofffragmenten auf verschiedenen Bildträgern.

Zwischen 1913 und 1915 entstehen kleinere Klebebilder, zu denen auch die „Farbkomposition“ zählt. Die Bildkomposition der kleinformatigen Papierarbeit basiert auf einem grafischen Grundgerüst. In die einzelnen konturierten Felder setzt Hölzel anstelle von Farbe gerissene, farbige und teilweise bedruckte Papierstücke, die mosaikartig und kontrastreich in Erscheinung treten. Anstelle einer räumlichen Perspektive dominiert die Betonung der Fläche. Die abstrakte Darstellung erweist sich wie so oft in Hölzels Bildern schemenhaft figurativ.

Neben der Reflexion der künstlerischen Mittel beschäftigt sich Hölzel auch mit der Frage der Rezeption. Die Phantasie des Betrachters soll durch das Gesehene angeregt werden, denn erst im Wahrnehmungsprozess wird das Kunstwerk vollendet.

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