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Welt aus Licht und Farbe

Grosse Anbetung (unvollendet), um 1914, Öl auf Leinwand, 108 x 125 cm,Stiftung Sammlung Schurr

In dem Entwurf der „Großen Anbetung“ hat Adolf Hölzel seine Kompositions- und Farbstudien zu einer experimentellen Synthese verdichtet. Die wichtigsten künstlerischen Elemente, auf die sich sein Lehrprogramm konzentriert, sind Linie, Form, Hell-Dunkelkontrast und Farbe. Mit ihnen gliedert er auf der Grundlage des Goldenen Schnitts die Bildfläche. Das alles bestimmende und ordnende Prinzip der Gestaltung ist und bleibt bei Hölzel aber die Farbe durch ihre mannigfaltige Kontrastwirkung. In Kenntnis der Farbenlehre von Johann Wolfgang von Goethe und Arthur Schopenhauer entwickelt er unter dem Einfluss der naturwissenschaftlichen Farbtheorien von Michel Eugéne Chevreul, Wilhelm von Bezold und Hermann von Helmholtz eine strukturierte und systematisierte Farbenlehre mit chromatischem Farbkreis und interaktiven Farbkontrasten.

In der Anordnung seines acht- oder zwölfteiligen Farbkreises stehen sich die Primär- (Gelb, Rot, Blau) und Sekundärfarben (Orange, Violett, Grün) kontrastreich gegenüber. Insbesondere Hölzels Kontrastlehre der Farben wird durch seinen Schüler Johannes Itten am Staatlichen Bauhaus in Weimar weiterentwickelt und somit zu einem bleibenden Vermächtnis für die heutigen Kunsthochschulen.

Dr. Gerhard Leistner

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