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Blasse Facetten

Maximilian Enderle über „Waschsalon Wunderlich“
Von Maximilian Enderle

Ein szenisch-musikalischer Theaterabend, so wurde die Produktion „Waschsalon Wunderlich“ vom Theater Augsburg angekündigt. Des Pudels Kern war eine inhaltlich nicht zusammenhängende Aneinanderreihung von Liedern aller Art – ein Konzept, das sich schnell erschöpfte.

Der Fixpunkt der „Handlung“ ist der Waschsalon von Frau Wunderlich. Hier kommen alle Arten von Menschen vorbei und zeigen verschiedene Facetten des Lebens. Leider legte Regisseurin Sigrid Herzog keinen Wert darauf, Entwicklungen der verschiedenen Charaktere zu zeigen. So erhascht man jeweils nur kurz einen oberflächlichen Blick auf deren jeweilige Gefühlszustände. Zwar überzeugt Sebastian Keller als Pianist, dennoch steht die Frage im Raum, warum man den singenden Schauspielern nicht eine Band zur Unterstützung gegeben hat, um musikalisch vielfältiger mitreißen zu können. Einzelne Nummern überzeugen durchaus. Als Eva Maria Keller etwa mit „Männer muss man loben“ auftrumpft, oder als André Willmund „Hämmer“ von Fanta 4 interpretiert. Sigrid Herzog bedient sich in den gezeigten Figuren leider vieler Klischees. Der Klischeeitaliener (Klaus Müller) wird wohl in fünfzig Jahren noch das Publikum begeistern.

Insgesamt ein Abend, der mehr versprach, als er zu halten vermochte!

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