MyMz

Confiteor me peccavisse

Daniel North über das Stück „Die Beichte“
Von Daniel North

Die katholische Kirche, die Europas Geschichte seit zweitausend Jahren begleitet und gestaltet, droht der Kollaps wegen Vorfällen des schlimmstmöglichen Verhaltens von Geistlichen gegenüber ihren Schutzbefohlenen. Felix Mitterer thematisierte den Sachverhalt in seinem Hörspiel Die Beichte, welches nun von Michael Bleiziffer inszeniert und am Montag im Turmtheater aufgeführt wurde.

Martin (Michael Haake) ist weit gefallen. Im entscheidenden Moment verlässt ihn immer das Glück; nun hat er sich an seinem Sohn Sebastian (Dennis Weiß/Andreas Koch/Lukas Heckl) vergriffen. Er rast zur Beichte zum Pater Eberhard (Miko Greza) - zu eben dem Geistlichen, der ihn vor langer Zeit im Internat missbrauchte. Das Gespräch wird über Rückblenden zu einer Rekapitulation Martins Geschichte.

Haake und Greza spielen zusammen im Bühnenbild (Sascha Gratza),welches nur aus einem riesigen, grob gezimmerten Kreuz besteht, als ob sie die innere Katastrophe des Martin authentisch erlebten. In den Rückblenden werden auch die Rollen getauscht; Haake ist tröstender Pater, Greza ängstlicher Knabe. Währenddessen spielen gregorianischer Choral und Marienlieder.

Dies ist nicht nur ein Stück. Es ist ein Monument für das Leiden der Beteiligten. Es ist ein Monument, wie es von der katholischen Kirche und den Medien schon lange hätte errichtet werden sollen.

Es ist ein Monument, das der Welt gehört. Und das die Welt sehen sollte.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht