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Der Geizige

Flora Pulina über das Stück „Der Geizige“
Von Flora Pulina

In kratzend kreischender Stimme krakeelt Cléante, gehüllt in pink-rot glitzernde Gewandung und schwarz schimmernder, gelockter Rokoko Perücke:

„Meine Gier ist nicht schlecht.

Besser als dein Geiz.

...Meine Gier ist geil!“

Molières zentrales Motiv, welches den spießbürgerlich und materialistisch veranlagten Bürger allgegenwärtig und unvergänglich in seiner habgierigen Lächerlichkeit persifliert, feierte in der Inszenierung Detlef Altenbecks ein ganz und gar wahrhaftig exorbitantes Feuerwerk der Sinne.

So überzeugt Helmut Jakobi, den raffgierigen Protagonisten Harpagon verkörpernd, in jeder kleinsten Nuance seines souveränen Spiels, während er sich des Geldes willen, neben dem schwitzerdütsch schwadronierenden, intriganten Jacques, fabelhaft dargestellt von Niklaus Scheibli, um Kopf und Kragen singt.

Fabelhaft possierlich und wunderbar schalkhaft schrullig.

Und als schlussendlich der gesamte Saal steht, voller Euphorie klatschend und den zum Stück spezifischen Slogan „Geld macht glücklich!“ grölt, wird ersichtlich, dass dieses Spektakel in seiner Buntheit und absoluten Überschwänglichkeit den Besuchern der Theatertage noch einige Zeit im Gedächtnis bleiben wird.

Flora Pulina

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