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Der Wunsch nach Leben

Armin Peterka über „Die drei Leben der Lucie Cabrol“
Von Armin Peterka

Poetisch und einfühlsam schildert das Metropol Theater die „Drei Leben der Lucie Cabrol“. Bildgewaltig und mit viel Witz erzählen die Akteure die Geschichte einer Ausgestoßenen.

Die zwergenhafte Lucie, eine Bauerntochter, lebt ein Leben, das keines ist. Von ihren jüngeren Brüdern schikaniert und der Dorfbevölkerung ausgeschlossen, kämpft sie für sich. Auch wenn ihr die ganz großen Träume verwehrt bleiben, schafft sie es dennoch hier und da ihr eigenes Glück zu finden. Ob sie nun durch raffiniertes Geschick zu Geld kommt, für einige Zeit in der Stadt wohnt oder ihre Liebe Jean verführt. Letztlich verschwimmen Wunsch und Realität, Leben und Tod zu einem Ganzen.

Schrullig und witzig verspielt gibt Gerd Lohmeyer die Lucie. Die Rolle mit einem Mann zu besetzen, hätte unfreiwillig komisch werden können, doch Lohmeyer baut seine Frau zu konsequent auf. Selbst die Verführung von Jean ist in keiner Hinsicht komisch oder gar abstoßend, sondern einfach tief erotisch.

Um Lucie herum baut Regisseur Jochen Schölch eine bäuerliche Atmosphäre, erschaffen aus Menschen: da werden Kühe zur Schulklasse oder eine Touristengruppe zu Krähen. Das Zusammenspiel dieser kühnen Darstellungen trägt den maßgeblichen Anteil daran, dass die Inszenierung fesselt und rührt. Der Verzicht auf krampfhafte Modernisierung den anderen Teil.

Regisseur Jochen Schölch will einfach eine Geschichte erzählen und das gelingt ihm und seinem Team mehr als gut.

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