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Rabinovicz und ein verwinkelter Mord

Maja Klimt über „Das Urteil“ von Paul Hengge
Von Maja Klimt

Trocken. So könnte man die Atmosphäre am letzten Donnerstag beschreiben. Die Inszenierung von Rolf Heiermann zu dem Stück „Das Urteil“ von Paul Hengge ließ zwar das Publikum mitdenken und rätseln , schaffte es aber leider nicht Elan und Sherlock-Holmes-Feeling zu übermitteln.

Auch wenn die Rolle des alten, jüdischen Rabinovicz sehr gut von Christian Ballhaus verkörpert wurde und Ingo Pfeiffer alias „Der Fremde“ einen guten Ermittler und Handlungsträger abgab, fehlte ein wenig die durchgehende, steigernde Spannung, die dieser pfiffige Text darstellen sollte.

Das in dieser Kriminalgeschichte pausenlos im Hintergrund eine Sekretärin auf ihren PC eintippt und somit die Intensität und Aufmerksamkeit der Dialoge klaut, war schade. Das und der leuchtende Monitor mit Flughafenwerbung sollen in der einsamen Flughafen-Lounge anscheinend besonders realitätsgetreu und steril wirken.

Steril, was genau das Gegenteil zu der verzwickt-versteckten Mordstory ist. Ein alter Antiquitar ist unfreiwillig zum Zeugen eines Mordes geworden und soll nun bei Gericht aussagen. Dies wird verhindert von dem Unbekannten, ein immerzu hinterfragender Besserwisser, der Rabinovicz von seiner Theorie überzeugen will.

Ein Stück mit spritzigen Dialogen, welchem es aber an Spannung und Ideen fehlt.

Ein höflicher Applaus für das eigentliche Zwei-Mann-Stück.

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