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Kultur

Drei Tage lang swingt das Welterbe

Ein paar Tropfen fielen aus heiterem Himmel. Das erste Wort aber hatte die Junior-Bigband: Das Jazzweekend ist eröffnet.
Von Helmut Wanner, MZ

Tausende Musikfans kamen zum 36. Bayerischen Jazzweekend nach Regensburg. Die schönsten Bilder finden Sie hier.

Regensburg. Das Regensburger Welterbe swingt. Als traditionelle Starter auf der Rewag-Bühne am Bismarckplatz legten gleich die Talente von der Jazz-Junior-Bigband los. Nach „Abacadabra“ erklärte Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer am Freitag um 18 Uhr das 36. Bayerische Jazzweekend für eröffnet.

„Die Musiker haben die Chance, auf ein optimales Publikum zu treffen.“

Sylke Merbold

Bläser in brasilianischer Choreografie im Thon-Dittmer-Hof: Das Mereneu Project aus Graz und Sao Paolo Foto: altrofoto.de
Bläser in brasilianischer Choreografie im Thon-Dittmer-Hof: Das Mereneu Project aus Graz und Sao Paolo Foto: altrofoto.de

Bis Sonntag werden Zehntausende Musikbegeisterte erwartet. Der Eintritt zu allen Konzerten ist kostenlos. Keine Sperren, kein Stress: Das Jazzweekend verspricht schon zu Beginn ein entspanntes Fest zu werden. Unter dem Motto des Jahres 2017 „Stimmig“ sind auf einem Dutzend Bühnen insgesamt 94 Bands zu hören. Zwei Lesungen und fünf Sessions ergänzen das Programm, für das Sylke Merbold vom Bayerischen Jazzinstitut an der Brückstraße nun schon zum 11. Mal verantwortlich zeichnet.

„Das Wetter schaut gut aus“

Die Jazz-Juniors-Bigband hatte am Bismarckplatz das erste Wort. Foto: altrofoto.de
Die Jazz-Juniors-Bigband hatte am Bismarckplatz das erste Wort. Foto: altrofoto.de

Auf der Seite des Kulturamts der Stadt Regensburg steht seit zehn Jahren Christiana Schmidbauer in der Verantwortung. Sie freut sich „auf ein Fest, das alle begeistert.“ Für Peter Ainöder, den Mann fürs operative Geschäft, ist es gar sein 29. Jazzweekend. Er kann vermelden: „Diesmal schaut sogar das Wetter gut aus.“ Abgesehen von etwas Blitz und Donner am frühen Freitagnachmittag. Dass am Abend noch ein starkes Unwetter folgen würde, konnte Ainöder nicht wissen.

„Neu ist das Degginger in der Wahlenstraße“, sagt Silke Merbold. Es kam als Veranstaltungsort dazu. Mit den Jahren haben die Locations nur die Namen gewechselt. Aus dem Café Vitus, Hinter der Grieb 8, wurde das „Amore, Vini & Amici“ des früheren Universo-Wirts (Uni Regensburg).

Orte, an denen es swingt, sind traditionell: „Zum goldenen Fass“, Spiegelgasse 10 („der Augustiner“), der „Leere Beutel“, Bertholdstraße 9, das „Brauhaus am Schloss“, Waffnergasse 6, der Andreasstadel in Stadtamhof, der Haidplatz, der Bismarckplatz, der Kohlenmarkt und der Thon-Dittmer-Hof.

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer eröffnete. Foto: altrofoto.de
Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer eröffnete. Foto: altrofoto.de

Richard Wiedamann (1932-2011) hatte das Bayerische Jazzweekend 1982 ins Leben gerufen. Er sagte über das Fest. „Das Bayerische Jazzweekend ist einmalig: Die wunderschöne Altstadt, die Tradition des Festes, das Herzblut und der Idealismus der fachkundigen Helfer und natürlich die Loyalität der Musiker sind ein Kulturgut, das für kein Geld der Welt zu kaufen ist.“

Das Jazzweekend-Programm finden Sie hier.

Zwar hat sich der Etat von 6000 Mark auf um die 130 000 Euro erhöht, und die Zahl der Bands von 15 auf 94 vervielfacht, aber der Grundgedanke ist derselbe. Wiedamanns Geist schwebt noch über dem Fest, wie Sylke Merbold bestätigt.

Verrückt nach positivem Feedback

Das Roman Fritsch Quartett im Amore, Vino &Amici Foto: altrofoto.de
Das Roman Fritsch Quartett im Amore, Vino &Amici Foto: altrofoto.de

Als ein Beispiel unter vielen nennt sie die Nachhaltigkeit der Musiker-Kontakte. Zum Jubiläumsfest 2016 war erstmals die Sister Cities Jam Band zusammengetreten. „Die Hälfte davon spielt dieses Jahr in verschiedenen Formationen wieder mit: Der Schlagzeuger Peter Horvat aus Budavar, der Gitarrist Colin Black aus Aberdeen, Damian della Torre aus Brixen (Saxofon) und Bassist Korbinian Kugler.“

Sie alle geben sich mit 100 Euro pro Auftritt zufrieden. Was versprechen sich die Musiker davon? „Sie haben die Chance, auf ein optimales Publikum zu treffen.“ Nach zehn Minuten trenne sich die Spreu vom Weizen. „Und dieses ungeheure positive Feedback, das sie dann bekommen, das vergessen die Musiker nie.“

Alles zum Bayerischen Jazzweekend lesen Sie in unserem Spezial.

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