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Literatur

Der Nachbar: „Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert“

Der deutsche Historiker Matthias Waechter ist ein Kenner der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung Frankreichs. So erinnert er daran, dass Frankreich bis in die 60er Jahre hinein von seiner Rolle als Kolonialmacht geprägt war.

München.Mit keinem anderen Land in Europa ist die deutsche Geschichte so sehr verbunden wie mit der Frankreichs - im guten wie im schlechten Sinne. Insofern ist die „Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert“ von Matthias Waechter für deutsche Leser eine lohnende Lektüre, die den Blick weitet.

Zwar spielten auch in Frankreich die markanten Zäsuren des 20. Jahrhundert wie 1918 und 1945 eine entscheidende Rolle, doch in der kollektiven Erinnerung der Franzosen sind andere Ereignisse wie der blutige Algerienkrieg von 1954 bis 1962 mindestens ebenso verankert.

Waechter betont zu Recht, dass das Selbstverständnis Frankreichs bis in die 60er Jahre hinein von seiner Rolle als Kolonialmacht geprägt war. Spannend sind seine Ausführungen über die Modernisierung, aber auch Fragmentierung Frankreichs in der Nachkriegszeit. Probleme in der Einwanderungspolitik, zunehmende Deindustrialisierung und immer noch starre Klassenschranken entfalten ihre Wirkung bis heute. Ein fundiertes Sachbuch, geschrieben aus dem Blickwinkel des Nachbarn.

- Matthias Waechter: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert, C.H. Beck Verlag, München, 608 Seiten, 34,00 Euro, ISBN 978-3-406-73653-7.

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