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Hitler und Mussolini - eine Männerfreundschaft?

Zwei Diktatoren, sie sich angeblich persönlich nicht leiden konnten: Der Historiker Christian Goeschel spürt einer besonderen politischen Allianz nach.

Berlin.Das erste Treffen zwischen Hitler und Mussolini findet 1934 in Venedig statt. Es folgt einem pompösen Protokoll. Der Duce, seit zwölf Jahren an der Macht, lässt den Novizen Hitler deutlich spüren, wer hier die erste Geige spielt.

Zehn Jahre später dann das letzte Treffen der beiden Diktatoren in finsterer Umgebung: Hitler, gerade einem Attentat entkommen, empfängt Mussolini in seinem Hauptquartier Wolfsschanze inmitten mückengeplagter ostpreußischer Wälder. Beide Männer sind nur noch ein Schatten ihrer selbst, der Duce dazu noch eine Marionette von Hitlers Gnaden.

In seinem Buch „Mussolini und Hitler“ spürt Christian Goeschel („Selbstmord im Dritten Reich“) dieser besonderen politischen Männerfreundschaft und der Inszenierung ihrer Treffen nach. Dabei räumt der Historiker mit so mancher Legende auf. Nicht nur, dass sich die beiden Politiker persönlich nicht ausstehen konnten. Goeschel erkennt nicht einmal die gemeinsame Ideologie als Grundlage dieser Allianz an. Seiner Meinung dienten vor allem strategische Interessen als Kitt.

- Christian Goeschel: Mussolini und Hitler. Die Inszenierung einer faschistischen Allianz, Suhrkamp Verlag, Berlin, 476 Seiten, 28,00 Euro, ISBN 978-3-518-42891-7.

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