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Deutsche Regisseure außen vor

In Cannes konkurrieren 18 Filmemacher um die Goldene Palmer. Wim Wenders schaffte es mit einer Dokumentation immerhin in eine Nebenreihe.

Fahnen werben in Cannes für das Internationale Filmfestival. 18 Regisseure gehen ins Rennen um die Goldene Palme.. Foto: dpa

Paris.Mit mehr als 20 Trophäen haben US-amerikanische Filmregisseure am häufigsten die begehrte Cannes-Palme für ihre Werke gewonnen, gefolgt von Filmemachern aus Frankreich, Italien und Großbritannien. Aus Deutschland gelang das erstmals Volker Schlöndorff im Jahr 1979 mit „Die Blechtrommel“. Da existierte das prestigereiche Festival an der Côte d’Azur bereits seit 33 Jahren. Fünf Jahre später ging Wim Wenders für „Paris, Texas“ mit der Auszeichnung nach Hause. Seitdem buhlen die deutschen Filmschaffenden vergeblich um den Hauptgewinn in Cannes.

Auch dieses Jahr besteht auf dem dauernden Festival keine Chance. Unter die 18 Filmschaffenden im Hauptwettbewerb haben es Altmeister aus Frankreich und Großbritannien geschafft, darunter Jean-Luc Godard, Ken Loach und Mike Leigh. Ein deutscher Name tauchte zuletzt vor sechs Jahren auf: Wim Wenders mit „Palermo Shooting“, einem Psychodrama, in dem ein Fotograf sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens macht.

Film über Starfotograf gedreht

Mehr Glück haben deutsche Filmemacher in der Nebenreihe „Un certain regard“. Dieses Jahr wurde der 68-jährige Wenders mit dem Dokumentarfilm über den brasilianischen Starfotografen Sebastião Salgado „Die Salt oft the Earth“ in die 1978 gegründete Sektion für „untypische“ Filme und junge oder weniger bekannte Filmschaffende geladen. 2013 zeigte Katrin Gebbe in dieser Reihe „Tore tanzt“, und 2011 gewann Andreas Dresen mit dem Krebsdrama „Halt auf freier Strecke“ den Hauptpreis der renommierten Sektion.

An deutschen Koproduktionen hingegen mangelt es in Cannes nicht. Allein im Wettbewerb konkurrieren mit „Sils Maria“ von Olivier Assayas, „Winter Sleep“ von Nuri Bilge Ceylan und „Le Meraviglie“ von Alice Rohrwacher drei Medienboard-geförderte Filme um die Goldene Palme.

Jane Campion leitet Jury

Die Italienerin Rohrwacher gehört dabei zu den wenigen Frauen im Hauptwettbewerb. Nachdem 2012 Regisseurinnen gegen die einseitige Einladungspolitik der Organisatoren Sturm gelaufen waren – die 22 Filme stammten von 22 Männern –, haben es dieses Jahr mit Rohrwacher und der Japanerin Naomi Kawase immerhin zwei Frauen in den Hauptwettbewerb geschafft.

Die einzige Frau, die seit dem Bestehen des Festivals mit einer Goldenen Palme für den besten Film ausgezeichnet wurde, ist die Neuseeländerin Jane Campion für „The Piano“ im Jahr 1993. Sie leitet dieses Jahr als erste Regisseurin auch die Jury des Festivals. Zuvor hatten nur einige Male Schauspielerinnen den Vorsitz inne, darunter Isabelle Huppert, Jeanne Moreau und Isabelle Adjani. (dpa)

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