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Konzert

Die reine Weihnachtsfreude

Sensibel, versiert, kraftvoll: Ein Abend in prachtvoller Kulisse der Alten Kapelle Regensburg stimmte auf die Festtage ein.
Von Andreas Meixner, MZ

  • Der Regensburger Motettenchor und exzellente Solisten führten in der Alten Kapelle den ersten Teil von Händels „Messiah“ auf: ein Genuss. Foto: Tino Lex
  • Der Regensburger Motettenchor und exzellente Solisten führten in der Alten Kapelle den ersten Teil von Händels „Messiah“ auf: ein Genuss. Foto: Tino Lex
  • Der Regensburger Motettenchor und exzellente Solisten führten in der Alten Kapelle den ersten Teil von Händels „Messiah“ auf: ein Genuss. Foto: Tino Lex

Regensburg.Am Tag vor Heiligabend lud der Regensburger Motettenchor zu seiner traditionellen „Weihnachtsmotette“ in die Basilika Unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle. Dahinter verbarg sich im Grunde nichts Geringeres als die Aufführung des ersten Teils von Händels berühmten Oratorium „The Messiah“. Die alttestamentliche Verheißung und Hoffnung auf den Erlöser steht zuerst im Mittelpunkt des Geschehens, bevor sich die Texte der berühmten Arien und Chöre ganz auf das Weihnachtswunder konzentrieren.

Begonnen wurde der Abend aber zunächst mit dem Konzert in D-Dur für Trompete, zwei Oboen, Streicher und Basso Continuo von Georg Philipp Telemann. Ganz erschloss sich die Notwendigkeit, der Darbietung eines großen, in sich geschlossenen Werkes – und sei es nur in Teilen – ein Kammermusikkonzert voranzustellen, nicht. Vielleicht mag die Sorge, das Konzert würde zu kurz geraten, eine Rolle gespielt haben. Dessen ungeachtet ist die Leistung der drei Instrumentalsolisten Paul Windschüttl (Trompete), Gottfried Sirotek (Oboe I) und Uwe Stransky (Oboe II) nicht im Geringsten zu schmälern. Zusammen mit den Streichern musizierten sie das mehrsätzige Werk mit großer Spielfreude, präziser Artikulation und barocker Leichtigkeit.

Unter der souveränen Leitung von Wolfgang Hörlin eröffnete im Anschluss dann das Kammerorchester der Basilika Alte Kapelle mit der Sinfony das Oratorium. Dabei erwiesen sich die Instrumentalisten als ungemein sensibler und schlanker Klangkörper, die sich stets zurückzunehmen verstanden, auf Bedarf aber auch beherzt zugriffen und flexibel dem genauen Dirigat folgten.

Bei der Wahl der Solisten hatte der Stiftsorganist eine glückliche Hand: Der junge, ungarische Tenor Dávid Szigetvári beeindruckte mit seiner unglaublich feinen und anrührenden Gestaltung seines Rezitativs „Comfort ye my people“ und der nahezu mühelos geführten Arie „Ev`ry valley shall be exalted“. Mit einer schlanken Stimmführung und versierter Gestaltungskraft erfreute Achim Hoffmann als Bass in seiner Arie „The people that walked in darkness“ ebenso wie der Altus Stefan Steinemann, der seine Partie inniglich und fast zärtlich zu gestalten verstand. Christine Hoffmann als Sopranistin agierte natürlich deutlich kräftiger und dramatischer, ihr Jubel in der Arie „Rejoice greatly, O daughter of Zion“ war die pure Weihnachtsfreude.

Einen hohen Anteil am Gelingen der Aufführung hatte der gut einstudierte Regensburger Motettenchor, der zwar bei „And the glory of the Lord“ noch etwas träge reagierte, sich dann aber stetig steigerte und mit einem kompakten Gesamtklang auch bei den technisch anspruchsvolleren Chören überzeugte. Am Ende stand der Eindruck einer beachtlichen, musikalischen Gesamtleistung vor der grandiosen, barocken Kulisse der Alten Kapelle.

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