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donumenta

Danube Fantasie mit viel Gefühl

Der ungarische Pianist Gergely Földvári im ersten Festival-Konzert
Von Thomas Göttinger, MZ

REGENSBURG.. „Der Abend wird sie belohnen“, hat Regina Hellwig-Schmid dem Publikum vorab schon mal versprochen, und tatsächlich, das Konzert des ungarischen Pianisten und Komponisten Gergely Földváry, Künstlername: Grego, im Jazzclub im Leeren Beutel geriet zum über weite Strecken zwar eher ruhigen und, ja, auch ein wenig zu eingängigen, aber durchaus selig machenden Ereignis.

Da der Auftritt als Auftakt zum musikalischen Rahmenprogramm der diesjährigen „donumenta“ gedacht war, begann Grego den Abend mit einer Hommage an das Kunstereignis, einem sehr freien „Danube Fantasy Impromptu“, das sich in vielerlei Hinsicht als opulentes Klanggemälde entpuppte und in dem der Wellengang der Donau eine nicht zu überhörende Rolle spielte. Die Skalenläufe, mit denen Grego munter die gesamte Klaviatur rauf und runter bearbeitete, sollten auch im weiteren Verlauf des Konzertes nicht verschwinden, ja, im Grunde zu so etwas wie einem gestaltenden Merkmal werden.

Grego muss darüber hinaus ein Faible für programmmusikalische Anwandlungen haben. Ein Stück wie „Jesse’s Jump“, komponiert in Anlehnung an den genialen Leichtathleten Jesse Owens und dessen Erfolge bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936, spricht jedenfalls ebenso dafür wie beispielsweise jene mit der Musik des Ostjudentums gesättigte Huldigung an das Fest „Yomkipur“.

Sicher, das alles riss einen nicht unbedingt vom Hocker, blieb in seiner Klangsprache über weite Strecken überaus brav und schrammte mitunter auch haarscharf an zu viel Gefühligkeit vorbei. Weil Grego aber nicht nur überaus sympathisch und unaufdringlich agierte, sondern weil er zudem auch noch mit feiner Anschlagskultur und großer technischer Klasse zu Werke ging, ist schlussendlich die Belohnung aus dem Konzert geworden, welche die „donumenta“-Macherin versprochen hatte.

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