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Eine Sache des Herzens

Im Sonderprogramm „Herzensangelegenheiten“ der Kurzfilmwoche zeigen Organisatoren und Gäste des Festivals ihre persönlichen cineastischen Lieblinge.

Szene aus „Business as usual – Prophet fliegt mit“ – Claudia Gladziejewskis Lieblingsfilm thematisiert die tief sitzenden Vorurteile gegenüber Menschen muslimischen Glaubens. Foto: Kurzfilmwoche

Regensburg.Mit Kurzfilmen wird man nicht reich. Warum macht man also Kurzfilme oder arbeitet in dieser brotlosen Branche? Es muss sich um Liebe zu dieser Kunstform handeln, bei der – meist mit kleinem Budget – in wenigen Minuten Lustiges, Lustvolles oder Leidvolles entstehen kann.

Man kann selbst mit dem Handy Kreatives produzieren. Die Digitalisierung des Alltags ermöglicht es jedem, sich filmisch auszudrücken und unsterblich zu machen. Die Kurzfilmproduktionen nehmen jährlich zu. Und so gibt es zahlreiche Menschen, denen der Kurzfilm eine Herzensangelegenheit ist.

Einige davon haben ein Programm mit ihren Lieblingsfilmen für die Jubiläumsedition kuratiert, um damit dem Kurzfilm und der Kurzfilmwoche eine Liebeserklärung zu machen. Medard Kammermeier war als ehemaliger Geschäftsführer des Arbeitskreis Film so etwas wie der erste Kurzfilmwochenleiter und hat das Festival über Jahre begleitet. Auch die Arbeit von Axel Behrens vom KurzFilmVerleih der KurzFilm-Agentur Hamburg und Gerald Weber vom Verleih Sixpack ist wichtig für das Gelingen des Festivals. In ihrem Verleihbestand fanden sich stets Perlen, die das Programm bereicherten. Claudia Gladziejewski ist seit Jahren Mitglied der Internationalen Jury. Als Leiterin der Redaktion „Kurzfilm und Debüt“ des Bayerischen Rundfunks engagiert sie sich für den Filmhochschulnachwuchs – und für den Kurzfilm. Mittlerweile präsentiert der Sender zehn Kurzfilmnächte.

Jing Haase ist ehemaliges Jurymitglied der Internationalen Kurzfilmwoche Regensburg und arbeitet als Nordisk-Panorama- Market-Managerin beim Filmkontakt Nord, einer gemeinnützigen Organisation zur Promotion von nordischen Kurz- und Dokumentarfilmen. Auch der Franzose Roger Gonin präsentiert seine Lieblingsfilme. Er ist Direktor des Kurzfilmfestivals in Clermont-Ferrand, eines der größten und bedeutendsten Festivals in Europa. Auch für die Vertreter des Regensburger Festivals sind Kurzfilme eine Herzensangelegenheit. So haben die künstlerische Festivalleiterin Insa Wiese, der organisatorische Leiter Philipp Weber und die beiden Festivalassistenten Michael Fleig und Stefan Grunwald-Wiese diesmal gemeinsam ein Programm mit ihren persönlichen Lieblingsfilmen kuratiert.

Wiese, seit fünf Jahren an der Spitze des Regensburger Festivals, hat beispielsweise „Undressing my Mother“ gewählt, einen Kurzfilm von Ken Wardrup.

In dieser Doku setzt sich die 60-jährige Ethel selbstbewusst und selbstironisch mit ihrem Körper und dem Altern auseinander. Obwohl ihr Körper nicht dem gängigen Ideal entspricht, ist sie mit ihm zufrieden. Die Kamera wandert über ihren Hintern und den großen Bauch und fängt das positive Körpergefühl ein, das Ethel durch die Liebe und Aufmerksamkeit ihres verstorbenen Mannes erlebt hat. Zugleich spürt der Zuschauer die Trauer der alten Dame über den Verlust ihres Partners. Gedreht hat den Film Ethels Sohn im Haus seiner Mutter.

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