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Interview

Emil und Steinberger – ein gutes Team

Emil Steinberger kommt im Oktober nach Regensburg. MZ-Autor Ralf Strasser sprach mit ihm über den Bruch mit „E wie Emil“ und die Auszeit in den USA.

Der Schweizer Kabarettist Emil Steinberger hat sich eine lange Auszeit genommen, bevor er 2013 wieder auf die Bühne stieg. Foto: dpa

Regensburg.Die Marke „E wie Emil“ ist in Deutschland bekannter als der Name Steinberger

Das hat sich so reingeschlichen und das ist immer noch so. Wenn ich heute auf der Bühne stehe, dann liest der Steinberger und die Mimik liefert der Emil dazu. Wir sind ein eingespieltes Duo.

Die Figur boomte zwischen 1980 und 1987, dann aber kam der Bruch mit dieser beliebten Kunstfigur.

Es war nach so vielen Jahren einfach Zeit. Kabarettist zu sein war ja nicht mein Hauptberuf. Ich leitete ein Kleintheater, zwei Kinos und war Grafiker. Emil war nur Hobby. Erst als Deutschland dazukam, wurde es etwas kritisch und eine ganz verrückte Zeit mit all dem Mediendruck. Ich musste einfach einen Schnitt machen. Ich hatte auch Angst, dass ich mich wiederholen würde. Dem wollte ich ausweichen.

Wie erging es Ihnen nach 1987?

Ich ließ mich überraschen, was auf mich zukam. Ein Film, der mir auf den Leib geschrieben war, Werbespots für Melitta oder Fishermans Friend als Texter und Regisseur. Das ging so bis 1993, dann bin ich nach New York abgehauen

Was macht ein Schweizer in Amerika?

In New York ist man ein Fußgänger, man kann dort jeden Tag stundenlang durch diese herrliche Stadt spazieren und die Augen werden verwöhnt. Wenn man ganz weit unten in Manhattan steht und die Freiheitsstatue sieht, dann ist das schon ein ganz tolles Gefühl. Ich konnte nicht nach Paris oder London. Ich musste dem Druck der Medien weiter entfliehen, deshalb bin ich über das große Wasser gegangen und in New York wusste ich, dass ich in die Museen gehen, Theater, Musicals besuchen konnte – das ist meine Welt.

Das Kabarett hat Sie aber nicht losgelassen. Das Programm „Drei Engel“ hat die 900. Vorstellung schon hinter sich.

Das ist schon verrückt. Ich wollte eigentlich nicht mehr auf die Bühne, aber wenn man ein Buch herausgegeben hat und ein Buchhändler um eine Lesung bittet, dann macht man das halt. Das wurde aber immer mehr und ich habe gemerkt, hoppla, die hören mir ja zu. In Köln kamen etwa 600 Leute in eine Buchhandlung. Wenn das so gut ist, dachte ich mir, dann könnte das ein Programm werden.

Aus der Lesung wurde also ein Bühnenprogramm?

Ich wäre sonst gar nicht mehr auf die Bühne gekommen, das war für mich erledigt. Es hat sich im Laufe der Zeit aus den Lesungen entwickelt. Es ist schön, wenn sich so etwas organisch ergibt und nicht aus einer sturen Planung und Vorsatz heraus. Inzwischen ist es aber keine Lesung mehr. Ich lese von den 100 Minuten Programm vielleicht 10 Minuten, der Rest sind Geschichten.

Wahre Geschichten?

Die Leute wissen nicht, ob sie wahr sind oder nicht. Dann halte ich drei Finger wie ein Eidgenosse in die Höhe und sage „drei Engel“, dann weiß das Publikum, die Geschichte ist wahr.

Emil soll sich wieder ins Programm geschlichen haben?

Ja natürlich, man lacht nicht nur über die Geschichten, sondern da kommt auch das Spiel auf die Bühne, die Mimik und der Ausdruck. Emil wird mit am Tisch sitzen, aber mit mir zusammen.

Wird es wieder den „alten“ Emil geben?

Es gibt da ein Projekt. In Luzern hatte ich im letzten Jahr einen Mix aus dem aktuellen Programm mit vier bis fünf alten Nummern des alten Emil. Das ist im Hinterkopf geblieben, Emil scheint mich nicht loszulassen.

Sie treten in der Schweiz, Österreich und Deutschland auf. Auch auf Französisch kann man mit Ihnen lachen.

Ich fühle mich am wohlsten im Dialekt, aber auch auf hochdeutsch macht es sehr viel Spaß mit dem Dialekt, von dem die Deutschen meinen, es sei der Schweitzer Dialekt. Es gibt aber keine sprachlichen Barrieren, es gibt auch Fans aus Marokko oder China. Sie verstehen zwar nichts, aber die Komik kennt offenbar keine Grenzen.

Termin: Freitag, 17. Oktober, 20 Uhr Antoniushaus, Tickets u.a. bei Mittelbayerischer Kartenvorverkauf, Tel. (09 41) 46 61 60

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