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Kinokritik
Mittwoch, 23. Mai 2018 26° 2

I Feel Pretty

Eingebildet attraktiv
von Andreas Fischer

  • Nieder mit dem Diktat der Äußerlichkeiten: "I Feel Pretty" versucht sich als Komödie für die moderne Frau. Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH
  • Weil sich Renee (Amy Schumer) unwiderstehlich fühlt, lässt sie es richtig krachen. Auch bei einem Bikini-Wettbewerb. Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH
  • OMG: Renee (Amy Schumer, links) hat im Fitnessstudio einen Schlag auf den Kopf bekommen und sieht im Spiegel nicht nur ihre Trainerin Tasha (Sasheer Zamata), sondern auch ein unfassbar attraktives neues Ich. Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH
  • Top-Model Emily Ratajkowski (links) spielt ein Top-Model, und zwar eines mit vielen Selbstzweifeln. Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH
  • Ethan (Rory Scovel) ist ein toller Typ: Er nimmt Renee (Amy Schumer), wie sie ist, auch wenn sie das gar nicht mitbekommt. Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH
  • Mit ihren besten Freundinnen Vivian (Aidy Bryant, links) und Jane (Busy Philipps, Mitte) will Renee (Amy Schumer) ein Gruppendate organisieren. Große Hoffnungen macht sie sich nicht: Bilder sind schließlich alles. Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH
  • Für Michelle Williams (links) und Lauren Hutton bleiben nur undankbare Nebenrollen. Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH
  • Motiv aus "I Feel Pretty" Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH
  • Motiv aus "I Feel Pretty" Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH
  • Motiv aus "I Feel Pretty" Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH
  • Motiv aus "I Feel Pretty" Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH
  • Motiv aus "I Feel Pretty" Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH
  • Motiv aus "I Feel Pretty" Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH
  • Motiv aus "I Feel Pretty" Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH
  • Motiv aus "I Feel Pretty" Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH
  • Motiv aus "I Feel Pretty" Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH
  • Motiv aus "I Feel Pretty" Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH
  • Motiv aus "I Feel Pretty" Foto: 2018 Concorde Filmverleih GmbH

In einem hat die US-Komödie "I Feel Pretty" Recht: Das Bild ist alles, was heutzutage zählt. Du bist, was andere von dir sehen. Und wenn das nicht dem normierten Schönheitsideal entspricht, dann ist schnell Schluss mit "I like". Das ist natürlich nicht in Ordnung, und es wurde auch Zeit, dass sich Hollywood mit dem Thema "Bodyshaming" auseinandersetzt. Schließlich ist die Traumfabrik nicht unschuldig am Diktat der Oberflächlichkeit, unter dem viele Frauen leiden. Was aber das Regie- und Drehbuchduo Abby Kohn und Marc Silverstein und die Komikerin Amy Schumer veranstalten, lädt vor allem zum Fremdschämen ein. Um die Lehre des Films auf den Punkt zu bringen: Frauen brauchen einen Schlag auf den Kopf, um sich im eigenen Körper wohlzufühlen.

Hauptdarstellerin Amy Schumer ist unbestritten eine ziemliche Granate: Die Gags der Komikerin sind unverfroren und kompromisslos, sie zielen auf Verwerfungen in der Gesellschaft und auf eigene Befindlichkeiten. Damit ist Schumer eigentlich die Idealbesetzung für die New Yorkerin Renee Bennett: Die junge Frau bemitleidet ihr Mauerblümchen-Dasein in einem Kellerbüro. Dort verwaltet die IT-Expertin den Online-Shop für eine Hochglanz-Kosmetikfirma.

Renee hat also von Berufs wegen mit Schönheit und deren Verkauf zu tun. Privat hat sie beim Blick in den Spiegel allerdings keine Freude. Sie findet sich zu dick, zu altmodisch, zu wenig glamourös. Vom Schönheitsideal, das ihr Arbeitgeber verkauft, ist sie meilenweit entfernt. Aber dann passiert's: Bei einem Fitnesstraining bekommt Renee einen Schlag auf den Kopf. Plötzlich fühlt sie sich unwiderstehlich.

Ihre Umwelt sieht zwar die alte Renee, sie selbst aber gewinnt mit der neuen Selbstwahrnehmung auch neues Selbstbewusstsein. Im Kosmetikkonzern wird sie zur rechten Hand der Chefin (Michelle Williams) und geht auf Model-Partys. Das Leben der Reichen und Schönen: Etwas Besseres konnte ihr nicht passieren. Privat angelt sie sich außerdem einen netten Typen (Rory Scovel).

"Ausstrahlung ist alles, liebe Frauen" oder "Wenn ihr euch akzeptiert, wie ihr seid, dann steht euch die Welt offen" - irgendwie wäre das Drehbuch in der "Jolie" besser aufgehoben gewesen, als im Kino. "I Feel Pretty" ist ziemlicher Motivationskitsch, ein Ratgeber mit Denkfehler: Renee fühlt sich nur wohl, weil sie nach ihrem Unfall glaubt, sie würde dem Schönheitsideal entsprechen.

Ihre besten Freundinnen sehen äußerlich immer noch die alte Renee - was sie selbst nicht mitbekommt. Auch nicht, dass es eigentlich jedem Menschen in New York egal ist, wie sie aussieht. Ein Problem mit ihrem (Selbst-)Bild hat Renee ganz allein. Sie ist es, die am meisten auf Äußerlichkeiten fixiert ist.

Dass sich die eingebildet Attraktive irgendwann der Wahrheit stellen muss, liegt in der Natur der heuchlerischen Hollywood-Logik. Schließlich ist "I Feel Pretty" die Comedy-Version - mit modernen Fäkalwitzen und Peinlichkeiten - des Märchens vom hässlichen Entlein. Nur leider wird der schöne Schwan dabei der Lächerlichkeit preisgegeben.

teleschau - der mediendienst

Filmname: I Feel Pretty
Studio: Concorde
Starttermin: 10.05.2018
Regisseur: Abby Kohn, Marc Silverstein
Schauspieler: Amy Schumer, Michelle Williams, Emily Ratajkowski
Land: USA
Genre: Komödie
Bewertung: enttäuschend

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