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"21 Bridges"

Entkommen unmöglich

Nach einem aus dem Ruder gelaufenen Überfall lässt ein als schießfreudig verschriener Cop Manhattan abriegeln, um die beiden Täter zu stellen. Aus dieser spannenden Idee schlägt "21 Bridges" leider zu wenig Kapital.

  • Nichts geht mehr! In "21 Bridges" wird Manhattan für mehrere Stunden abgeriegelt, um zwei Polizistenmörder in die Enge zu treiben. Foto: Concorde Filmverleih GmbH
  • Andre (Chadwick Boseman) inspiziert den Tatort und lässt kurz darauf Manhattan abriegeln. Foto: Concorde Filmverleih GmbH
  • Michael (Stephan James, links) und Ray (Taylor Kitsch) verlieren bei ihrem Einbruch schnell die Kontrolle und finden sich als Polizistenmörder plötzlich auf der Flucht wieder. Foto: Concorde Filmverleih GmbH
  • Michael (Stephan James, rechts) und Ray (Taylor Kitsch, links) suchen Hilfe bei einem berüchtigten Geldwäscher (Alexander Siddig), der ihnen aus der Patsche helfen soll. Foto: Concorde Filmverleih GmbH
  • Die Drogenfahnderin Frankie Burns (Sienna Miller) unterstützt Andre Davis bei der Suche nach den Flüchtenden. Foto: Concorde Filmverleih GmbH
  • NYPD-Detective Andre Davis (Chadwick Boseman) heftet sich mit Drogenfahnderin Frankie Burns (Sienna Miller) an die Fersen der beiden Polizistenmörder, die sich irgendwo in Manhattan verstecken. Foto: Concorde Filmverleih GmbH
  • NYPD-Detective Andre Davis (Chadwick Boseman, zweiter von links) und Drogenfahnderin Frankie Burns (Sienna Miller, links) untersuchen das ausgebrannte Autowrack der Täter. Foto: Concorde Filmverleih GmbH
  • Andre Davis (Chadwick Boseman) und Frankie Burns (Sienna Miller) haben nur wenige Stunden Zeit, um die Mörder ihrer Kollegen aufzuspüren. Foto: Concorde Filmverleih GmbH
  • Mit dem Auftauchen der Polizei haben die Kleinkriminellen Michael (Stephan James, rechts) und Ray (Taylor Kitsch) bei ihrem nächtlichen Überfall nicht gerechnet. Foto: Concorde Filmverleih GmbH
  • Captain McKenna (J.K. Simmons) betrauert nach dem Überfall auf einen Weinladen den Verlust mehrerer Kollegen. Foto: Concorde Filmverleih GmbH
  • In der New Yorker U-Bahn greift Drogenermittlerin Frankie Burns (Sienna Miller) zur Waffe. Foto: Concorde Filmverleih GmbH
  • Wird Andre Davis (Chadwick Boseman) seinem zweifelhaften Ruf als schießfreudiger Cop auch dieses Mal gerecht? Foto: Concorde Filmverleih GmbH
  • NYPD-Detective Andre Davis (Chadwick Boseman) steht vor einem Rätsel: Wohin sind die Täter geflüchtete? Foto: Concorde Filmverleih GmbH
  • Frankie (Sienna Miller) steht eine lange Nacht bevor. Foto: Concorde Filmverleih GmbH
  • Andre (Chadwick Boseman, links), Frankie (Sienna Miller) und Captain McKenna (J.K. Simmons) versuchen, die flüchtigen Täter dingfest zu machen. Foto: Concorde Filmverleih GmbH
  • Frankie (Sienna Miller) gerät während des Einsatzes in eine brenzlige Situation. Foto: Concorde Filmverleih GmbH
  • Am Set: Regisseur Brian Kirk (links) gibt seinem Hauptdarsteller Chadwick Boseman Anweisungen. Foto: Concorde Filmverleih GmbH

Brian Kirks Cop-Thriller "21 Bridges" beginnt mit einem großen, von pathetischen Worten begleiteten Aufmarsch für einen im Dienst ermordeten Polizisten. Dessen junger Sohn Andre wird Zeuge der Beisetzungsfeier und hat bei diesem Anblick eigentlich keine andere Wahl, als später selbst für Recht und Ordnung einzustehen. Seine Karriere als Gesetzeshüter ist vorbestimmt durch seine DNA, so beschreibt er es im Erwachsenenalter vor einem internen Ermittlungsausschuss, der sich mit Andres zweifelhaftem Ruf als kompromissloser Verbrecherjäger befasst. Diverse Gangster sind von ihm bereits erschossen worden, wobei er jedes Mal in Notwehr gehandelt habe. Das zumindest behauptet der von Chadwick Boseman gespielte Polizist.

Trotz der Untersuchungen übernimmt Andre einen besonders brisanten Fall. Nach einem aus dem Ruder gelaufenen nächtlichen Überfall auf ein Weingeschäft, in dem größere Drogenmengen gelagert werden, gibt es mehrere tote Polizisten zu beklagen. Die beiden Kleinkriminellen Michael Trujillo (Stephan James) und Ray Jackson (Taylor Kitsch), die für das Blutbad verantwortlich sind, werden auf ihrer Flucht nach Manhattan von einem Blitzer erwischt und sollen mithilfe einer drastischen Maßnahme geschnappt werden: Bis zum Morgengrauen lässt Andre die Insel an der Mündung des Hudson River komplett abriegeln. Weder über die Tunnel noch über die Brücken kommt man nun aus dem Herzen New Yorks heraus.

"21 Bridges" hält sich nicht lange mit Charakterzeichnungen oder einleitenden Erklärungen auf, sondern kommt schon nach wenigen Minuten zur Sache. Den Einbruch, der dem unsicheren Trujillo und dem abgebrühten Jackson dramatisch entgleitet, inszeniert Regisseur Brian Kirk mit ausreichend Verve und treibt den Puls des Zuschauers erstmals nach oben. Auch später punktet der geradlinige Polizei-Thriller mit einigen Actionpassagen, die im besten Sinne altmodisch ausfallen. In Zeiten digitaler Überflutung sind handgemachte Schießereien und Verfolgungsjagden absolut erfrischend.

Ausnahmezustand light

Obendrein gibt Chadwick Boseman in der Rolle des Häschers eine ordentliche Figur ab. Trotzdem bleibt der Film schmerzlich unter seinen Möglichkeiten. Der Ausnahmezustand, der dem Geschehen gesteigerte Intensität verleihen könnte, kommt auf der Leinwand leider nur schwach zur Geltung. Eingestreute Nachrichtensequenzen und gelegentlich vorbeifliegende Hubschrauber geben eine Ahnung von der fieberhaften Suche und der weiträumigen Abriegelung. Den dadurch aufgebauten Druck für die Flüchtenden machen Regie und Drehbuch aber viel zu selten konkret spürbar. Überhaupt scheint das Sperrszenario auf Manhattan und seine Bewohner wenig Einfluss zu haben. Panik oder wachsende Unruhe sind jedenfalls nicht zu beobachten.

Als Spannungskiller erweist sich zudem die größtenteils vorhersehbare Handlung. Dass der desaströse Verlauf des Überfalls mit einer ungeheuerlichen Verschwörung in Verbindung steht, riecht man schon ziemlich früh. Und man muss gewiss kein Genie sein, um zu erahnen, wer darin involviert ist. Sporadisch lenkt der Film die Aufmerksamkeit auf den harten Alltag von Polizisten und ihren Kampf um ein halbwegs geordnetes Familienleben. Viel mehr als Stichworte wirft das von Adam Mervis und Matthew Michael Carnahan verfasste Skript allerdings nicht in den Raum. "21 Bridges" fehlt es insgesamt an erzählerischer Cleverness und Substanz, um sich aus dem Genremittelmaß befreien zu können.

Christopher Diekhaus

Trailer "21 Bridges"

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