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Etwas anderer Heimatfilm feiert Premiere

"Ganze Tragweite erst in Jahren absehbar": Das Dorf Bleicherode feierte seine Filmpremiere

Ein Jahr nach Drehstart feierte "Lotti oder Bleicherode, der etwas andere Heimatfilm" in dem Ort Premiere, dessen Bewohner das gesamte Projekt stemmten. Der thüringische Ort Bleicherode sah am 11. Februar das Ergebnis der Gemeinschaftsarbeit erstmals auf der Leinwand.

  • Lotti (Marion Mitterhammer) ist zurück in der alten Heimat Bleicherode und muss sich neuen Problemen stellen. Die bekannte Schauspielerin Marion Mitterhammer gehörte zu den wenigen echten Profis am Set des in Bleicherode und Umgebung gedrehten Kinofilms. Foto: Cristina Friedl/Annabell Peter
  • Eine Stadt feiert ihr Filmteam. Fast ausschließlich einheimische Anfänger zeichneten für das Projekt "Lotti oder Bleicherode, der etwas andere Heimatfilm" verantwortlich. Foto: C. Friedl
  • Ziemlich genau ein Jahr nach Drehstart feierte "Lotti oder Bleicherode, der etwas andere Heimatfilm" seine Premiere am Ort des Geschehens. Thüringens Landtagspräsidentin Birgit Keller stellte den Wert der Kultur heraus. Foto: C. Friedl
  • Die Amateurinnen Jessika Weiss (links) und Joyce Schenk (Mitte) spielten an der Seite von Schauspiel-Profi Marion Mitterhammer (rechts) im Bleicheröder Filmprojekt. Foto: C. Friedl
  • Das Filmprojekt, das als reine Schnapsidee begann, euphorisierte eine ganze Stadt, und trug maßgeblich zum Gemeinschaftsgefühl des thüringischen Städtchens bei. Foto: Cristina Friedl/Annabell Peter
  • Thomas Rohmer spielt den Pornoproduzenten Rokko, der Lotti (rechts) aus gemeinsamen Wiener Tagen kennt. Foto: Cristina Friedl/Annabell Peter
  • Sie ist der Star: Marion Mitterhammer als Lotti. Foto: Cristina Friedl/Annabell Peter
  • Ein Dorf wurde Film: In Bleicherode hat man sich ins Zeug gelegt. Foto: Cristina Friedl/Annabell Peter
  • Joyce Schenk (links) spielt Tochter Jenny und war zum Zeitpunkt des Castings gerade einmal 16. Jessika Weiss (rechts) sammelte Erfahrung in der örtlichen Theater AG. Foto: Cristina Friedl/Annabell Peter

"Die ganze Tragweite dieses Projekts ist wahrscheinlich erst in Jahren absehbar", ist sich Schaupspielerin Marion Mitterhammer nach der Filmpremiere am 11. Februar sicher. Schließlich war "Lotti oder Bleicherode, der etwas andere Heimatfilm" ein ambitioniertes und einzigartiges Filmprojekt, das einen ganzen Ort in seinen Bann zog: Sowohl vor, als auch hinter der Kamera standen beinahe ausschließlich Einwohner des Thüringer Städtchens Bleicherode, und damit blutige Anfänger. Mitterhammer war einer von wenigen Profis am Set, an dem ihr Mann, der gebürtige Bleicheröder Hans-Günther Bücking, die Regie übernahm.

Dass die Schauspielerin und Hauptdarstellerin einmal ihren eigenen Stern auf dem neuen Bleicheröder "Walk of Fame" bekommen würde, hätte sie vor eineinhalb Jahren sicher nicht gedacht. Zu dieser Zeit entstand das Konzept aus einer Schnapsidee des Regisseurs Bücking sowie des Kinobetreibers Alf Schneider, später als Kameramann tätig. Ein halbes Jahr nach der durchzechten Nacht fiel die erste Klappe. Zu diesem Zeitpunkt war längst die ganze Stadt euphorisiert. 300 Menschen fanden sich zum Casting ein, Hauptrollen, Maske, Ton und weitere Jobs vor und hinter der Kamera wurden an die Bewohner vergeben.

Den verdienten Lohn ihrer Gemeinschaftsarbeit konnten die Bleicheröder nun erstmals auf der Leinwand bestaunen. Auch Thüringens Landtagspräsidentin Birgit Keller gab sich zur Filmpremiere die Ehre und setzte das Projekt in ihrer Ansprache in einen politischen Kontext. Keller betonte den Wert "der Kultur für die Demokratie", die man, so wörtlich, nicht den "Chaoten und Idioten in diesem Land und bundesweit überlassen darf". Vom Film selbst zeigte sich Keller ebenfalls angetan: "Ich fühlte mich glänzend unterhalten und würde Lotti jedem weiterempfehlen." Bis März läuft der Film ausschließlich in Schneiders Kino in Bleicherode. Anschließend wird er auf diversen Festivals und vermutlich zu Weihnachten bundesweit in den Kinos zu sehen sein.

teleschau

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