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"Leberkäsjunkie"

Kein Leberkäs ist auch keine Lösung

Verlässlich wie der Geschmack einer guten Leberkässemmel: Der Eberhofer kehrt in seinem sechsten Kinofilm auf die Leinwand zurück und ist dabei unterhaltsam wie immer.

  • "Leberkäsjunkie" ist die mittlerweile sechste Verfilmung eines Regionalkrimis der Autorin Rita Falk. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Eberhofer-Freund und Privatdetektiv Rudi Birkenberger (Simon Schwarz, Mitte) kann es nicht glauben: Bei den Eberhofers gibt es neuerdings nur noch Gemüse, das er auch noch von Franz (Sebastian Bezzel) und der Mooshammer Liesl (Eva Mattes) kredenzt bekommt. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Eberhofer (Sebastian Bezzel, zweiter von rechts) und Rudi (Simon Schwarz, rechts) statten dem verdächtigen Pärchen Raphael Schäfer (Robert Stadlober, links) und Conny Ziegler (Manuel Rubey) einen Besuch ab. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Liesl Mooshammer (Eva Mattes, Mitte) hat ihr Haus verloren und zieht bei den Eberhofers ein - nicht wirklich zur Freude von Franz (Sebastian Bezzel) und Oma Eberhofer (Enzi Fuchs). Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Rudi Birkenberger (Simon Schwarz, links) und Raphael Schäfer (Robert Stadlober) sind gespannt, was Conny Ziegler (Manuel Rubey, rechts) zum Mordfall zu sagen hat. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH
  • Leopold Eberhofer (Gerhard Wittmann, links) demonstriert gegen das geplante Wellness-Hotel. Sein Bruder Franz (Sebastian Bezzel) kommt zufällig mit Susi (Lisa Maria Potthoff, rechts) und Oma Eberhofer (Enzi Fuchs) vorbei. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Buengo (Castro Dokyi Affum, links), Starspieler von Rot-Weiß Niederkaltenkirchen, ist Tatverdächtiger. In seinem Versteck findet ihn Polizist Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel). Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) darf ja eigentlich keinen Leberkäs mehr essen. Aber so eine kleine Scheibe zwischendurch gönnt er sich dann doch. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH
  • Familienausflug in Omas (Enzi Fuchs, rechts) Lieblings-Supermarkt, und immerhin die Oma hat Spaß. Mit dabei: Franz (Sebastian Bezzel, zweiter von rechts), Susi (Lisa Maria Potthoff) und der gemeinsame Sohn Paul (Luis Sosnowski). Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel, Mitte) ermittelt im Mordfall in einer Selbsthilfegruppe. Deren Thema: Sexsucht. Wombat (Harry G., links), Mandy (Lara Mandoki) und der Therapieleiter (Hardy Schwetter alias Christian Steiffen) öffnen sich. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) ist stolzer Papa seines nun einjährigen Sohnes Paul (Luis Sosnowski). Bei den Ermittlungen hat er den Knaben meistens mit dabei. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Die Fans von Rot-Weiß Niederkaltenkirchen stehen Schlange, um bei Metzger Simmerl (Stephan Zinner, rechts) eine Wurst zu ergattern: Dorfpolizist Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel, links), der Bürgermeister (Thomas Kügel, zweiter von links) und Heizungspfuscher Flötzinger (Daniel Christensen). Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Flötzinger betreibt am Kreisverkehr Werbung. Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel, rechts) und Buengo (Castro Dokyi Affum) wundern sich über diese Strategie. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) schaut sich in der Wohnung des schwulen Pärchens Schäfer & Ziegler um. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Zeit für einen ausgiebigen Besuch auf dem Volksfest ist immer. Von links: Wolfi (Max Schmidt), Flötzinger (Daniel Christensen), Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) und der Metzger Simmerl (Stephan Zinner). Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Biertrinken verbindet: Franz (Sebastian Bezzel) und Susi (Lisa Maria Potthoff, zweite von links) vertragen sich wieder gut. Flötzinger (Daniel Christensen, rechts) und Jessie (Eli Wasserscheid) sind mit dabei beim ausgelassenen Volksfestbesuch. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH
  • Susi (Lisa Maria Potthoff) traut ihrem Halb-Ex-Freund Franz (Sebastian Bezzel) nicht wirklich die Betreuung des gemeinsamen Sohnes zu. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Der Pathologe Günter (Michael Ostrowski, links) klärt Rudi (Simon Schwarz, zweiter von links) und Franz (Sebastian Bezzel) auf. Es gibt erste Erkenntnisse zur Brandleiche. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Vaterfreuden am Esstisch: Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel, Mitte) mit Paul (Luis Sosnowski) und Hund Ludwig. Im Kino lebt er noch, in den Büchern hat der arme Hund inzwischen das Zeitliche gesegnet. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Papa Eberhofer (Eisi Gulp, rechts) flirtet ausgiebig mit Frau Grimm (Anica Dobra). Sein Sohn Franz (Sebastian Bezzel) wundert sich über die Ausgelassenheit seines sonst eher gelassenen Vaters. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Schockverliebt: Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) lässt sich von Kellnerin Mandy (Lara Mandoki) gerne die Speisekarte erklären. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
  • Momente, die ein Schauspieler genießt: Sebastian Bezzel durfte für den neuen Eberhofer-Krimi ins Bällebad. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH

Um den Kriminalfall geht es beim Kino-Eberhofer, anders als in den Büchern, natürlich auch diesmal nur am Rande. Es geht ... um Leberkäs. Und ums Bier. Und um die Frage, wie viel davon ein Bayer so braucht - am Tag. Darum, ob Gemüse essbar und Cholesterin irgendwie bedeutend ist. "Leberjäskunkie" ist die mittlerweile sechste Verfilmung eines Buches aus der erfolgreichen Regionalkrimi-Reihe der Autorin Rita Falk. Jährlich kommt inzwischen eine neue, und jedes Mal laufen die stets von Regisseur Ed Herzog mit zauberhaft leichter Hand verfilmten Komödien bestens auch im großen Kinosaal. Kein Wunder: Das ist Charme pur, liebevoll erzählt, großartig gespielt und dazu traumhaft sicher balancierend zwischen politischer Unkorrektheit und menschlicher Vernunft. Nur: Wer halt einen richtigen Krimi erwartet, der wird vermutlich enttäuscht sein.

"Alles Spießer", schreit der Eberhofer (Sebastian Bezzel), und er hat ja irgendwie auch recht in dieser Zeit, in der im Netz scheinbar alles, im wahren Leben aber dann doch ziemlich wenig geht. Er hat's mal wieder krachen lassen, und dann sinkt er mir nix dir nix ohnmächtig dahin. Wieder erwacht, erstellt der Arzt eine eindeutige Diagnose: Der Alkohol muss weg. Und die Leberkässemmel auch: "Pures Gift!" Für einen urbayerischen Niederbayern kommt dieses Urteil freilich einer Katastrophe gleich. Das grüne Zeug, das die besorgte Oma Eberhofer (Enzi Fuchs) fortan kocht, will jedenfalls so gar nicht hinein in den Polizisten-Magen. Und auch Vater Eberhofer (Eisi Gulp) ist mit der Gesamtversorgung jetzt eher unzufrieden: "Wegen dem Hirsch müssen wir jetzt unseren Komposthaufen zusammenfressen."

Der Tragödie nicht genug: Die Beziehung des Franz Eberhofer zu "seiner Susi" (Lisa Maria Potthoff) ist weitgehend zum Erliegen gekommen. Aber: Es gibt ja ein gemeinsames Baby, auf das er nun eine ganze Woche lang aufpassen soll. Und ausgerechnet jetzt geschieht er dann doch: der Mord.

Ach ja, einen Mord gibt's auch

Das Haus der Mooshammer Liesl (Eva Mattes) ist abgebrannt, und drin wird die verkohlte Leiche einer jungen Frau gefunden. Eher beiläufig beginnt die Suche nach Verdächtigen: Hat ihr Tod etwas mit einem geplanten Hotelbau in Niederkaltenkirchen zu tun? Die Orts-Rechtsextremen könnten es auch gewesen sein. Oder ihr homosexueller bester Freund? Oder gar der Buengo (Castro Dokyi Affum), was dann ganz blöd wäre, weil der angolisch-stämmige Einwanderer halt auch der beste Stürmer des örtlichen Fußballclubs und insofern unverzichtbar ist. Als Buengo gar in U-Haft geht, muss Eberhofer schon zu ungewöhnlichen Mitteln greifen.

Natürlich haut auch dieser Eberhofer-Krimi wieder ein Klischee nach dem anderen raus. Und natürlich ist das auch diesmal völlig wurscht, weil der spielerisch-leichte Umgang mit Vorurteilen eben auch sein Gutes haben kann, wenn man es so angeht wie hier. Zumal keine einzige Person schadlos durch die Handlung kommt. Sie haben alle ihre Macken, merkwürdige Eigenarten, und am Ende greift das Korrektiv, und die Vernunft setzt sich durch.

Eva Mattes - ein Ereignis!

Dass die Eberhofer-Krimis, ob als Buch oder auch als Film, so gemocht werden, liegt nicht zuletzt aber auch den Darstellern, die sich allesamt bereitwillig auf diese ja dauerhafte und damit auch in Schubladen verfrachtende Reihe einlassen. Man merkt ihnen die Freude, die sie hier vermutlich haben, durchgehend an. Diesmal, neben dem wie üblich sensationell unterhaltsamen Eisi Gulp, ganz vorne auf der Sensationsliste: Eva Mattes. Zusammen mit Sebastian Bezzel stand sie 14 Jahre lang als "Tatort"-Kommissarin vor der Kamera. Und hier nun darf sie als Mooshammer-Liesl in einer Art und Weise die Sau rauslassen, dass es eine wahre Freude ist. Sie hat mit Fassbinder und Werner Herzog gedreht, Stücke von Ibsen auf der Bühne gespielt und hohe Kunst gemacht wie "Deutschland, bleiche Mutter" (1980). Und nun eben die sabbernde, geifernde Mooshammerin, die nicht weniger grandios ist.

Mit Freuden wird zumindest der bayerische Zuschauer darüber hinaus das Wiedersehen mit einem altbekannten Vorzeigebayern erleben: Klaus Augenthaler ist dabei - die Ikone des FC Bayern hat sogar eine Sprechrolle. Regisseur und Hauptdarsteller nutzten dem eigenen Bekunden nach die erste Begegnung mit dem Libero unterwürfigst zunächst für Selfies. Ehre, wem Ehre gebührt.

Kai-Oliver Derks

Trailer "Leberkäsjunkie"

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