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"Good Boys"

Sie wollen doch nur spielen

"Good Boys" versucht die Quadratur des Kreises: ein Film wie "American Pie", aber mit Kindern, deren Wünsche ein wenig simpler sind als die ihrer älteren Kollegen. Hier will niemand seine Unschuld verlieren, ein Kuss reicht schon.

  • Drei Jungs und der erste Kuss: "Good Boys" ist eine zotige Komödie, die an "American Pie" erinnert. Foto: Universal
  • Max (Jacob Tremblay), Thor (Brady Noon) und Lucas (Keith L. Williams, von links)fühlen sich in der Studentenbude, in der sie was zu Rauchen besorgen sollen, einigermaßen unwohl. Foto: Universal
  • "Verzieht euch, Stranger Things", ruft Hannahs (Molly Gordon) genervter Freund. Foto: Universal
  • Max (Jacob Tremblay), Lucas (Keith L. Williams) und Thor (Brady Noon, von links) haben "Beute" gemacht. Foto: Universal
  • Max (Jacob Tremblay) ist verknallt und möchte Brixlee (Millie Davis) küssen. Foto: Universal
  • Thor (Brady Noon) will Bier klauen. Immerhin schafft er drei Schlücke, ohne umzukippen! Foto: Universal
  • Lucas (Keith L. Williams), Max (Jacob Tremblay) und Thor (Brady Noon, von links) haben ihren Spaß im Einkaufszentrum. Foto: Universal
  • Ein wenig überfordert: Max (Jacob Tremblay) steht zwischen zwei Frauen. Foto: Universal
  • Wie knutscht man denn nun richtig? Thor (Brady Noon, links) und Max (Jacob Tremblay) sind ratlos. Foto: Universal
  • Lucas (Keith L. Williams), Thor (Brady Noon) und Max (Jacob Tremblay, von links) suchen im Internet nach einer Anleitung zum Küssen - und finden: Pornos. Foto: Universal
  • Man versteht, warum Max (Jacob Tremblay), Thor (Brady Noon) und Lucas (Keith L. Williams, von links) den Spitznamen "Stranger Things" häufiger hören müssen. Foto: Universal
  • Auf dem Weg zum ersten Kuss haben Thor (Brady Noon), Max (Jacob Tremblay) und Lucas (Keith L. Williams, von links) so manches Hindernis zu überwinden. Foto: Universal

Es gibt Filme, die sehen auf dem Papier perfekt aus. Man kann verstehen, wieso ein Studio grünes Licht gegeben hat und wieso der Produktionsapparat angeworfen wurde. Als Stückwerk im Trailer funktioniert das Ganze dann auch noch. Aber wenn man schließlich den ganzen Film sieht, dann stimmt irgendetwas nicht. Ein solches Werk ist "Good Boys", ein Film, der darunter leidet, dass er eine Geschichte erzählt, für die seine Protagonisten zu jung sind. Der Film der Regisseure Gene Stupnitsky und Lee Eisenberg ist im Prinzip eine Komödie im Stil von "American Pie". Aber während die Teenager vor 20 Jahren noch danach trachteten, endlich ihr erstes Mal zu erleben, geht es in "Good Boys" deutlich unschuldiger zu - bis zu einem gewissen Punkt zumindest. Denn die drei Hauptfiguren sind Zwölfjährige, die in die Junior High School gekommen sind und glauben, dass sich ihr Leben nun ändern muss. Coolness wird nun anders definiert. Wer an einem Bier dreimal kräftig nippt, der ist schon der King der Schule.

Max (Jacob Tremblay) ist in eine Mitschülerin verknallt und sieht endlich seine Chance gekommen, ihr näherzukommen, als er auf eine Knutschparty eines der coolen Kids eingeladen wird. Natürlich will er auch seine uncoolen Freunde Thor (Brady Noon) und Lucas (Keith L. Williams) mitbringen, aber schon bevor die Party startet, scheint alles in die Binsen zu gehen. Denn keines der Kids weiß, wie man küsst. Normalerweise würde man da wohl googeln, diese drei Schlaumeier suchen aber nach "Porno" und finden natürlich nichts, das einem Kuss auch nur ähnlich kommt.

Das Ende der Unschuld

Darum beschließen sie, eine Nachbarin mit einer Drohne auszuspionieren. Als das Hightech-Spielzeug aber kaputtgeht, haben die drei ein Problem. Denn die Drohne gehört Max' Vater, ist teuer und ein wichtiges Arbeitsutensil, das der Sohnemann nicht benutzen darf. Eine neue Drohne soll her, doch dafür müssen die drei erst durch einige Reifen springen.

Soweit ist "Good Boys" eine relativ unschuldige Komödie. Einen großen Teil ihres Humors bezieht der Film aber daraus, Kinder auf Sexspielzeuge treffen zu lassen. Da dürfen die Kids mit Analperlen, einem Dildo oder einer hochqualitativen Gummipuppe hantieren, eine Idee, die sich aber ziemlich schnell abnutzt und angesichts des jungen Alters der Protagonisten durchaus etwas Befremdliches an sich hat. Die jungen Schauspieler mühen sich dabei, ihren Rollen gerecht zu werden, man merkt aber, dass sie von manchem überfordert sind. Das gilt auch für Jacob Tremblay, der 2015 im Drama "Raum" eine grandiose Leistung ablieferte. Was er dort spielte, war wahrhaftig. In "Good Boys" aber wirkt nur wenig wirklich glaubwürdig. Was bleibt, ist eine kleine Geschichte über Kinder, die das erste Mal vom Erwachsenwerden kosten. Nicht nur durch zarte Küsse mit dem anderen Geschlecht. Sondern auch, weil sie erkennen, dass das Leben sogar beste Freunde auseinandertreiben kann.

Peter Osteried

Trailer "Good Boys - Nix für kleine Jungs"

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