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The Get Up Kids

Ängste, Probleme und Emo-Hymnen

Nach der EP "Kicker" aus dem Jahr 2018 präsentieren The Get Up Kids ihr erstes vollwertiges Studioalbum seit acht Jahren: Auf "Problems" besingen die Emo-Rocker die Leiden der Generation 40 plus.

  • Mit "Problems" veröffentlichen The Get Up Kids ihren ersten vollwertigen Longplayer seit acht Jahren. Foto: Fleet Union
  • Wahrlich nicht mehr kindlich, aber immer noch voller Tatendrang: The Get Up Kids veröffentlichen nach ihrer 2018er-EP "Kicker" das neue Album "Problems". Foto: Dalton Paley

Seit fast 25 Jahren gibt es The Get Up Kids, zu den Allerjüngsten zählen sie inzwischen nicht mehr. Doch ihre Energie haben sie sich stets bewahrt. Das hörte man aus der 2018er-EP "Kicker" heraus, und davon zeugt auch "Problems", der erste Longplayer der 1995 gegründeten US-Band seit acht Jahren. Hier geht es zur Abwechslung mal nicht um den Problembär Donald Trump, sondern vor allem um persönliche Ängste, Isolation und Einsamkeit.

Klanglich wie visuell bewegt sich die Band aus Kansas City, Missouri, auf klassischen Pfaden. Kurz vor der Veröffentlichung des neuen Albums wurden zwei neue Singles als Videoclips ins Netz entlassen, und vor allem das Bewegtbild zu "Sattelite" fasst den Zustand der Band im Jahr 2019 ganz gut zusammen: Regisseurin Kerstin Ebert fängt mit der aus Pappkarton-Teilen bestehenden Figur Hank die Einsamkeit der Großstadt ein - "ein kleiner Kerl, der wie ein normaler Mensch unter acht Millionen anderen Menschen in New York City lebt", erklärt die aus Deutschland stammende, aber mittlerweile in NY lebende Filmemacherin.

Keine Experimente

Auch die Get Up Kids bewegen sich in dieser anonymen, schnelllebigen Welt voller lebensverändernder Verluste, Ängste und Einsamkeit. Mit solchen Themen wurde die Band um Sänger und Gitarrist Matt Pryor einst zur Speerspitze der sogenannten Emo-Szene. In ihren schnellen, wütend-rüttelnden Songs steckt noch immer viel Verzweiflung, und natürlich gibt es nach wie vor die charakteristischen Mitsing-Melodien. Produzent Peter Katis (Kurt Vile, The National) konnte die Band aber zumindest auch zu ein paar kleinen Sound-Schnipseln, Geräuschen und Brumm-Synthies jenseits der schnellen Gitarrenbrett-Angriffe verleiten.

Auf große Experimente verzichten The Get Up Kids jedoch, abgesehen vielleicht von einem Song wie "Your Ghost Is Gone", der mit seinem Klavier-Schwerpunkt stark an Pryors Nebenprojekt The New Amsterdams erinnert. Aus den Perspektiven von früher ist die Band dennoch ein Stück weit herausgewachsen. In "Waking Up Alone" etwa klingt das dann so: "I can't stop thinking that there was something that I needed to do / You can't get mad at me when my body doesn't work the way my brain asked it to". Auch, wenn sich vielleicht nicht alle Fans in diesen Problemen und Mängeln wiederfinden: Wer die Musik von The Get Up Kids früher mochte, dem sollte auch "Problems" gefallen.

Klaas Tigchelaar

The Get Up Kids - Satellite

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