MyMz

Alter Bridge

Alte Bekannte, neue Perspektiven

Sie haben bereits einen beachtlichen Weg hinter sich, jetzt flackern neue Lichter auf: Alter Bridge greifen auf "Walk The Sky" nach den Sternen.

  • Alter Bridge - Walk the Sky Foto: Universal Music
  • Auch wenn es inzwischen einige fordernde Nebenprojekte gibt: Für ein gutes neues Album ist bei Alter Bridge immer Zeit. Von links: Mark Tremonti, Brian Marshall, Scott Phillips, Myles Kennedy. Foto: Dan Sturgess

Als die US-Rocker Alter Bridge 2018 den fulminanten Konzert-Mitschnitt "Live At The Royal Albert Hall" veröffentlichten, fragte man sich bei aller Faszination: Was bitteschön soll oder kann jetzt noch kommen? Insbesondere, da Frontmann Myles Kennedy seit geraumer Zeit als Weggefährte von Slash groß auftrumpft und Gitarrist Mark Tremonti auch erfolgreich als Solokünstler unterwegs ist. Doch wer angesichts dieser Umstände befürchtete, dass Alter Bridge unter die Räder anderer Projekte geraten könnte, wird nun eines Besseren belehrt: Das neue Album "Walk The Sky" ist ebenso vielschichtig und geht ebenso unter die Haut wie seine Vorgänger. Mindestens.

Der Entstehungsprozess hat sich aber doch verändert. Kennedy und Tremonti schrieben die Musik diesmal unabhängig voneinander, statt von Anfang an gemeinsam. Festgehalten wurde dagegen an Produzent Michael "Elvis" Baskette, inzwischen so etwas wie das fünfte Bandmitglied von Alter Bridge. Neue Soundelemente halten Einzug, die alten Tugenden inklusive der hochtrabenden Refrains und feinen Gitarrensoli aber bleiben jederzeit erkennbar. Es wurde also nur sanft an den Schrauben gedreht, die das Alter-Bridge-Uhrwerk seit 15 Jahren geschmeidig laufen lassen.

Nach einem ebenso einfühlsamen wie fragmentarisch anmutenden Beginn ("One Life") knallt "Wouldn't You Rather" auf das Parkett. Keine Spur von Ermüdungserscheinungen, ganz im Gegenteil: Der Aufruf zu einem Leben, das dem Ruf des Herzens folgt, wird von bulligen Riffs und einem kompakten, entschlossenen Zusammenspiel der vier Musiker getragen (neben Kennedy und Tremonti sind auch Bassist Brian Marshall und Drummer Scott Phillips seit den Anfangstagen dabei).

"Did I live for what was right? Did I live this life in vain?"

Das Album "Walk The Sky" wirkt, als sei es von einem silbernen Faden der Hoffnung durchzogen. Nicht nur in den offensichtlich lichteren Momenten wie "In The Deep", sondern auch zwischen den Zeilen, die sich nicht davor scheuen, Themen wie Trauer und Spiritualität anzugehen: "Godspeed" beispielsweise schrieb Tremonti in Erinnerung an einen verstorbenen Freund, dennoch hält der Song ein beachtliches Energielevel und trägt die Zuversicht stetig mit sich.

"If I died tonight, would the question still remain: Did I live for what was right? Did I live this life in vain?", lauten die ersten Zeilen von "Clear Horizon", und auch der epische Schlusstrack "Dying Light" vertont die Sinnfrage mit beeindruckender Klarheit. Es sind vor allem Songs wie diese, die eine neue Phase in der Geschichte der Band andeuten. Darüber hinaus sind Titel wie "Pay No Mind" (mit Synthesizern) sowie "Forever Falling" (mit Mark Tremonti als Leadsänger) Asse im Ärmel eines Albums, in dem viele neue und dennoch nicht fremde Perspektiven stecken.

Alter Bridge auf Tour:

19.10. Hamburg, Sporthalle

20.10. Berlin, Columbiahalle

22.10. Leipzig, Haus Auensee

26.10. Köln, Palladium

27.10. München, Zenith

Alexander Diehl

Alter Bridge - Dying Light

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht