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Ron Wood

Auch Helden haben Vorbilder

Hommage, erster Teil: Mit "Mad Lad: A Live Tribute To Chuck Berry" startet der Rolling-Stones-Gitarrist Ron Wood eine Serie von Alben, die alle seinen Vorbildern gewidmet sein sollen.

  • Ehre, wem Ehre gebührt: Ron Wood, Gitarrist der Rolling Stones, widmet dem 2017 verstorbenen Rock'n'Roll-Pionier Chuck Berry ein Tribute-Album. Foto: Warner
  • Unverwüstlich: Auch mit 72 Jahren hat Ron Wood noch eine Menge Rock'n'Roll im Blut. Foto: BMG

Ron Wood, der Rolling-Stones-Gitarrist, Künstler, Autor, Produzent, Promi und Überlebensstratege, ist seit mehr als einem halben Jahrhundert musikalisch aktiv. Aber auch die Dinosaurier der Rockmusik hatten und haben ihre Vorbilder: Am 18. März 2017 twitterte Wood anlässlich des Todes von Chuck Berry: "Er war einer der Besten und meine Inspiration." Im Herbst 2018 brachte er die Musik seines großen Vorbildes auf die Bühne des Tivoli Theater im britischen Wimborne. Und nun, ein weiteres Jahr später, werden die dabei entstandenen Aufnahmen digital sowie auf CD, LP und als Deluxe-Set inklusiv Kunstdruck des Artworks veröffentlicht, welches Wood selbst gestaltete.

"Mad Lad: A Live Tribute To Chuck Berry" ist das erste von drei geplanten Tribut-Alben und erscheint wenige Wochen nach der Premiere von "Somebody Up There Likes Me", einer Dokumentation über das Leben des mittlerweile 72-jährigen Tausendsassas Ron Wood, der einst als Bassist der Jeff Beck Group seine ersten Erfolge feierte. Soweit die Fakten. Der Inhalt von "Mad Lad" ist schneller beschrieben: Rock'n'Roll. Punkt.

"I'm gonna miss Chuck Berry"

"I'm gonna miss Chuck Berry. The world is gonna miss Chuck Berry": Im ersten, von Wood selbst verfassten Stück wird das Leben des großen Rock'n'Roll-Pioniers skizziert, dann stürzt Wood sich auf Berrys Repertoire: "Talking About You" etwa wird gespielt, auch "Back In The U.S.A.", und dann gibt es unter anderem auch noch ein spektakuläres Dreifach-Hit-Ende bestehend aus "Little Queenie", "Rock'n'Roll Music" und - wie sollte es anders sein - "Johnny B. Goode".

Neben Wood sind es vor allem zwei Faktoren, die das Geschehen mitprägen: Das Piano von Ben Waters, der in seiner Karriere sowohl mit den Rolling Stones als auch mit Chuck Berry spielte, wird immer wieder in den Vordergrund gestellt und sorgt für einen ordentlichen Boogie-Schub. Hinzu kommt außerdem die Stimme von Imelda May, die in drei von insgesamt elf Titeln zu hören ist. Das Gespann Wood/Waters/May brilliert insbesondere in "Wee Wee Hours", einer langsamen Blues-Nummer aus dem Jahr 1955 und einem heimlichen Höhepunkt auf "Mad Lad".

Ein Live-Tribut ist "Mad Lad" im doppelten Sinne, denn hier handelt es sich nicht nur um einen Konzertmitschnitt, sondern um ein Live-Album, das tatsächlich wunderbar lebendig wirkt. Das Klangbild ist natürlich und direkt; "Ronnie Wood with his Wild Five" (so nennen sie sich auf dem Albumcover) machen dem "wild" in ihrem Namen alle Ehre. Ursprünglich und unverdünnt findet das Rock'n'Roll-Elixier seinen Weg in die Blutbahnen, und auch wenn zu den weiteren Tribut-Alben noch keine Details bekannt sind: "Mad Lad" ist in jedem Fall ein vielversprechender Einstieg.

Alexander Diehl

Ronnie Wood with his Wild Five - Mad Lad

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