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Volbeat

Das Kind im Manne

Einmal zurück und dann wieder vor: Das neue Volbeat-Album "Rewind, Replay, Rebound" pendelt gewohnt zielsicher zwischen Punk und Rock'n'Roll.

  • Einmal in die Kindheit zurückspulen, das Geschehene nochmals durchleben und dann wieder mit Vollgas nach vorne preschen: So sieht das Grundprinzip von "Rewind, Replay, Rebound" aus, dem siebten Album der dänischen Band Volbeat. Foto: Universal
  • Michael Poulsen (dritter von links) wurde vor zwei Jahren Vater. Das Ereignis nimmt er zum Anlass, sich auf dem neuen Volbeat-Album auch an die eigene Kindheit zu erinnern. Foto: Universal

Als Kind die Welt zu erkunden - war das nicht schön? Jeder Vorgarten konnte zum gefährlichen Dschungel werden, jede Baumkrone zur Luxusvilla. Volbeat-Frontmann Michael Poulsen wurde vor zwei Jahren Vater, und das Ereignis wirkt nach: Erinnerungen an die eigene Kindheit und neue Erfahrungen sind in neue Songs eingeflossen. Einmal zurückspulen, das Geschehene neu durchleben und anschließend wieder mit Vollgas nach vorne preschen: So ungefähr sieht die Grundformel von "Rewind, Replay, Rebound" aus, dem siebten Album der dänischen Rocker.

Manchmal sind die Verweise auf früher sehr offensichtlich, wie etwa schon im Titel des Songs "When We Were Kids" und seinem 80er-Jahre-Mittelteil, in welchem Deep Purples "Perfect Strangers"-Motiv mitschwingt. Oder in der sonnig-lockeren Liebeserklärung "07:24", benannt nach der Uhrzeit, zu welcher Poulsens Tochter geboren wurde. Ebenfalls in diese Kategorie fällt der Titel "Cheapside Sloggers", der nicht nur mit einem Gastbeitrag von Thrash-Legende Gary Holt (Exodus, Slayer) punktet, sondern auch mit einem witzigen Video, in dem Kinder mit aufgemalten Bärten zum Volbeat-Sound rocken. Ein bisschen Sentimentalität ist bei alledem sicher dabei, vor allem aber ist es eine freudvolle Erinnerung an die Unbedarftheit, die Neugier und die unvoreingenommene Bejahung des Lebens in der Kindheit.

Rückblick mit Perspektive

An anderer Stelle wird das "Schau in die Vergangenheit, um die Zukunft zu gestalten"-Prinzip in erster Linie musikalisch umgesetzt: Das unmissverständlich betitelte Stück "Pelvis On Fire" läutet die nächste Volbeat-Party im Geiste des Kings ein, und die vorab als "neuer Song" veröffentlichten 37 Sekunden von "Parasite" huldigen dem Punk. "Die To Live" spaziert schließlich mit Saxofon, Piano und Clutch-Sänger Neil Fallon in eine Zeit, in welcher der Rock'n'Roll noch natürlich und unverbraucht war. Aber: Unterm Strich ist auch "Die To Live" ein typischer Volbeat-Song - und nebenbei bemerkt ein ausgesprochen guter.

Zugegeben, mit "Rewind, Replay, Rebound" gehen Volbeat oft auf Nummer sicher. Nicht alle Songs verdienen das Prädikat "spektakulär"; einige Tracks sind lediglich anständig durchkomponiert und klingen sehr nach Routine. Die Messlatte liegt bei Poulsen und seinen Mitstreitern aber weiterhin hoch. Denn selbst in den unauffälligen Momenten des Albums bietet ihr lebensfroher Power-Rock eine weiterhin erfrischende und gleichzeitig charakterstarke Herangehensweise an das Rock-Genre.

Volbeat auf Tour:

01.11. Berlin, Mercedes-Benz Arena

03.11. Stuttgart, Schleyerhalle

05.11. Zürich, Hallenstadion (CH)

07.11. Frankfurt, Festhalle

08.11. München, Olympiahalle

10.11. Leipzig, Arena

11.11. Hamburg, Barclaycard Arena

12.11. Hamburg, Barclaycard Arena

14.11. Köln, Lanxess Arena

15.11. Köln, Lanxess Arena

Alexander Diehl

Volbeat - Last Day Under The Sun

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