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Winona Oak

Melancholie und Grandezza

Nach ihrer Zusammenarbeit mit What So Not und The Chainsmokers versucht sie es jetzt alleine: Die schwedische Singer/Songrwiterin Winona Oak veröffentlicht ihre Debüt-EP "Closure".

  • Ihre erste größere Veröffentlichung: "Closure" enthält sechs Songs der schwedischen Singer/Songwriterin Winona Oak. Foto: Warner
  • Sie wuchs in Schweden auf, lebte schon im Dschungel von Nicaragua und ist nun in Los Angeles gelandet: Winona Oak hat mit ihren 25 Jahren schon einiges gesehen von der Welt. Foto: Warner

Sollerön, auch bekannt als die Insel der Sonne, ist ein besonders stiller Landstrich in den nordischen Wäldern von Schweden, wo mehr Tiere als Menschen leben und Johanna Ekmark alias Winona Oak ihre Kindheit verbrachte. Nach Zwischenstopps in Stockholm und dem nicaraguanischen Dschungel landete sie schließlich bei dem Electro-Musikprojekt What So Not des Australiers Emoh Instead (Christopher John Emerson). Winona Oak schrieb mehrere Singles für What So Not und war 2018 auch als Gastmusikerin in dem Song "Beautiful" zu hören; auch The Chainsmokers ließen sie schon einmal mitsingen ("Hope").

Die Melancholie Skandinaviens konnte sie indes besser auf ihrem Haim-Cover "Don't Save Me" ausdrücken, das im September 2018 auf der Kompilation "NGX: Ten Years Of Neon Gold" zum runden Geburtstag des Neon-Gold-Plattenlabels enthalten war. Nach weiteren eigenen Singles wie "He Don't Love Me" erscheint nun mit der EP "Closure" die erste längere Veröffentlichung der 25-jährigen Künstlerin.

Herzschmerz und Liebeskummer

Winona Oaks elfenhaft-verzauberter Sound, der den Briten von London Grammar fast noch nähersteht als den US-Musikerinnen von Haim, eignet sich hervorragend für die düsteren, nasskalten Winterwochen nach den Festtagen. Opulente Synthesizerflächen und düstere Beats rahmen Winona Oaks dramatische Gesänge ein, bei denen sie sowohl die tiefen Lagen als auch die höchsten Töne souverän meistert.

Dass Winona Oaks musikalischer Ansatz sich oft an modernem Shoegaze-Electropop anlehnt und nicht sonderlich eigenständig daherkommt - geschenkt. Schließlich geht es hier um ein anschmiegsam-stimmiges Gesamtkonzept, dass beispielsweise mit dem entspannend dahinfließenden Song "Control" oder dem schleppend-orchestralen Stück "Lonely Hearts Club" durchaus einige dezente Ohrwurm-Melodien versteckt hält. Wer also offen ist für intensiven Herzschmerz und Liebeskummer, findet hier einen sehr gelungenen Winter-Blues-Soundtrack.

Klaas Tigchelaar

Winona Oak - Break My Broken Heart

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