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Konstantin Wecker

Orchestral gegen Missstände und Hass

Er habe schon immer davon geträumt, ein ganzes Album mit einem Orchester aufzunehmen: Mit "Weltenbrand" hebt Konstantin Wecker seine Protest- und Mahnlieder auf ein neues Level.

  • Üblicherweise beschränkt Konstantin Wecker sich auf den Vortrag am Klavier, diesmal ist alles etwas üppiger: Der engagierte Liedermacher veröffentlicht zusammen mit der Bayerischen Philharmonie das Doppelalbum "Weltenbrand". Foto: Alive
  • Konstantin Wecker weist seit Jahrzehnten auf gesellschaftliche Missstände hin, aber seine Songs wirken auch heute noch hochaktuell. Foto: Brauer Photos / Dominik Beckmann

Wenn es darum geht, gesellschaftliche Probleme und Missstände zu sezieren, war Konstantin Wecker schon immer eine kompetente Fachkraft. Seit jeher setzt er sich als Liedermacher, Komponist und Autor für Frieden und Völkerverständigung ein. Dass sein neues Doppelalbum "Weltenbrand", entstanden in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Philharmonie, trotz eigentlich alter Lieder hochaktuell wirkt, ist eigentlich ziemlich traurig.

Schon als der Begriff "Shitstorm" noch nicht in aller Munde war, flogen dem engagierten Münchener regelmäßig allerlei Anfeindungen um die Ohren. Von Rechtsradikalen, Ewiggestrigen und vielen Menschenfeinden, die Konstantin Wecker seit dem Beginn seiner Karriere in den späten 1960-ern anprangert. Zum Verstummen brachte den engagierten Musiker aber niemand, zum Glück. Auch mit inzwischen 72 Jahren wird er laut, wenn es um Kapitalismus, Faschismus, Intoleranz, Krieg und Verfolgung geht.

Mit dem ausufernden Doppelalbum "Weltenbrand", das insgesamt 46 Stücke beinhaltet, hat Wecker aber vor allem sich selbst ein Geschenk gemacht. Schon immer träumte er von einer orchestralen Umsetzung seiner Lieder, wie er der "Rhein-Neckar-Zeitung" vor Kurzem in einem Interview verriet. Mit der Bayerischen Philharmonie unter der Leitung von Mark Mast konnte er diese nun endlich auf Albumlänge realisieren.

Zur "Heilung der geschundenen Welt"

Zwölf Musiker aus neun Nationen ergänzen die Wecker-Band, bestehend aus Pianist Jo Barnikel, Cellistin Fany Kammerlander und Gitarrist Severin Trogbacher. Sie bringen seine Kompositionen zu neuer, imposanter Größe. Zudem wurde das Album (dessen Titel sich übrigens auf den gleichnamigen Song bezieht, der auf dem Album "Wut und Zärtlichkeit" von 2011 enthalten ist) im "7.1.4. 3D Immersive Audio"-Format aufgenommen, welches ein außergewöhnliches 3D-Klangerlebnis ermöglicht, sofern die heimische Stereoanlage dafür ausgerüstet ist.

Klassiker wie "Sage nein!", "Warum ich kein Patriot bin" und "Frieden im Land" haben textlich nichts von ihrer Aktualität verloren. "Ich hätte nie gedacht, dass wir an einen Punkt kommen, an dem unsere gewonnene Demokratie zu verfallen droht", klagte Wecker im Zuge der Veröffentlichung. Er ist aber auch davon überzeugt, dass die Lieder mit dem "begeistert aufspielenden" Streicher-, Holz- und Blechbläser-Ensemble zur "Heilung der geschundenen Welt beitragen" können. Für das live vor Publikum aufgenommene Doppelalbum lässt Wecker es sich dann auch nicht nehmen, einige Ansagen zu Liedern wie "Tango Joe" oder "Lied der Lieder" als separate Tracks zu kennzeichnen - die Dringlichkeit der Inhalte macht es nötig.

Die dramatische Schwere, die Wecker schon solo, nur mit Klavier und Stimme, stets zu eigen ist, bekommt mit dem Orchester noch einmal eine ganz neue Dimensionen. Davon dürfen die Fans sich derzeit auch auf der begleitenden Tour überzeugen, für die Wecker mitsamt Orchester noch bis Ende Dezember durch zahllose Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz tourt.

Konstantin Wecker auf Tour:

14.10. Köln, Philharmonie

17.10. Hamburg, Laeiszhalle

29.10. München, Philharmonie

30.10. München, Philharmonie

04.11. Düsseldorf, Tonhalle

08.11. Freiburg, Konzerthaus

10.11. Wuppertal, Stadthalle

14.11. Dresden, Kulturpalast

25.11. Dortmund, Konzerthaus

26.11. Essen, Philharmonie

27.11. Hannover, Kuppelsaal

01.12. Wien, Konzerthaus (A)

09.12. Bern, Kursaal (CH)

10.12. Luzern, KKL (CH)

27.12. Nürnberg, Meistersinger Halle

28.12. Erfurt, Alte Oper

30.12. Mainz, Halle 45

Klaas Tigchelaar

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