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Alexa Feser

Wer "A!" singt, muss auch "B" singen

Auf ihrem vierten Longplayer "A!" singt Alexa Feser mehr Klartext denn je, und natürlich geht es bei der Liedermacherin aus Wiesbaden auch diesmal wieder um die Liebe.

  • Das "A!" steht unter anderem für ihren Vornamen: Alexa Feser. Foto: Warner Music
  • Deutschsprachiger Singer-/Songwriter-Pop: Alexa Feser kann mehr als ein Lied davon singen. Foto: Warner Music

Sie begann schon als Vierjährige mit der musikalischen Früherziehung, und es hat sich gelohnt - Alexa Fesers Markenzeichen, Deutschpop auf internationalem Niveau, zeichnet auch ihren vierten Longplayer aus. 12 hochwertige Tracks und vier Akustik-Versionen enthält das Album "A!". Themenvielfalt ist nicht das Steckenpferd der inzwischen 39-jährigen Songschreiberin - es geht immer nur um das eine: die Liebe. Doch die in Wiesbaden geborene Musikerin behandelt das Thema in all seinen Facetten. Von Nostalgie ("Atari T-Shirt") und Melancholie ("Das Tempo von Rost") über aufkeimenden Mut ("Abgeholt") bis zur Euphorie ("1A") ist alles dabei.

Der Opener "Gold reden" erschien bereits als Single und gibt den Ton für das restliche Album vor: Es ist ein kraftvoller Midtempo-Ohrwurm, arrangiert auf der Höhe der Zeit. Was Alexa Feser daneben auch diesmal wieder auszeichnet, ist ihre charismatische Stimme. Die glänzt vor allem in minimalistisch arrangierten Tracks wie "Bei 10 wieder oben", in denen Klavier und Streicher unter dem Radar fliegen, aber auch in den Akustikversionen am Ende des Albums. "Das Album kling reduzierter, in vielen Teilen immer noch groß", findet Feser. "Die Größe wird aber eher durch die Atmosphäre geschaffen und dadurch gewinnt es an Nähe."

Pop auf internationalem Niveau

Auch die Balladen prägen den Stil des neuen Albums, das bei aller Kraft immer entspannt daherkommt. Der Ohrwurm "1A" etwa wirkt wie eine Andreas Bourani-Hymne in Zeitlupe. Textlich widmet sich der Song all den erstklassigen Momenten, die auch ohne großes Geld großes Glück bringen - ein Schlauchboot mit Champagner zu taufen beispielsweise, oder eine Schallplatte aus der Hülle zu ziehen. Das poetische Potenzial im Alltag zu erkennen und authentisch zu beschreiben, war schon immer eine Stärke von Alexa Feser.

An mancher Stelle auf dem neuen Album beweist Feser, die sich von kryptischen Texten weitestgehend verabschiedet und die Dinge klarer benennt als früher, auch einigen "Mut" (so heißt einer der Songs). Die Sängerin erklärt: "Wer ist man als nackte Person, ohne durch Social Media und den Job definiert zu werden? Es geht nicht darum, die beste Version zu sein, sondern einfach man selbst. Und dadurch schon mutig zu sein." So treffen deutsche Texte voller nachfühlbarer Alltags-Poesie auf eine Produktionstechnik, die mit britischen oder US-amerikanischen Hitschmieden durchaus konkurrieren kann - eine reizvolle Mischung für Pop-Liebhaber.

Michael Eichhammer

Alexa Feser - 1A

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