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Ariana Grande: Thank U, Next

Pop - Republic

  • Ariana Grande - Tank U, Next Foto: Universal Music
  • Ariana Grande veröffentlicht nur sechs Monate nach "Sweetener" ihr nächstes neues Album. Der Titel: "Thank U, Next". Foto: Universal Music

Seit dem Erscheinen des letzten Albums von Ariana Grande sind nur sechs Monate vergangen. Davor ist viel passiert (unter anderem der Anschlag von Manchester 2017), danach auch. Im August 2018 erschien "Sweetener", im September verstarb Grandes Ex-Freund Mac Miller. Das Internet und seine mitunter taktlosen Nutzer begegneten Grande daraufhin nicht mit Mitgefühl, sondern mit obskuren Vorwürfen, sie habe den Tod des Rappers verschuldet. Im Oktober trennte sich Grande von ihrem damaligen Freund, dem Comedian Pete Davidson. Im November erschien die Single "Thank U, Next", der erste Vorbote des jetzt erschienenen gleichnamigen Albums.

Der Song "Thank U, Next" wirkt allein schon durch seinen Titel wie eine Ermächtigungshymne: Es geht um die Verantwortung, die man Grande für die Leben ihrer männlichen Partner auftragen wollte. Und es liegt nahe, dass die unverzügliche Albumproduktion, die hinterher folgte, Teil einer persönlichen Katharsis ist. Die beiden Singles "Thank U, Next" und "7 Rings" waren Grandes erste Nummer-eins-Hits in den amerikanischen Billboard-Charts. Aus persönlichen Tragödien ist somit auch ihr bisher größter kommerzieller Erfolg geworden.

Kunst und Therapie

Auf dem vorab veröffentlichten Opener "Imagine" imaginiert die Sängerin im Gegensatz zu John Lennon keine Welt, die von friedlicher Eintracht geprägt ist, sondern eine Welt, in der sie eine simple und schönes Liebesbeziehung führen kann. Fans vermuteten sofort einen Bezug zum jetzt für immer verwehrten Liebesglück mit Mac Miller, so wie sie bei fast allen Hörproben Bezüge zu persönlichen Ereignissen in Grandes Leben herstellen wollten, ob es dafür textliche Belege gibt oder nicht.

Im Titeltrack sind die Bezüge aber klar. Grande nennt namentlich vier ehemalige Liebhaber, um sich höflich zu bedanken und zur nächsten Personalie überzugehen. Die ist: sie selbst. Im Gegensatz zu dieser Introspektion präsentiert "7 Rings" in größtenteils gerappten und andernteils an den Sound-of-Music-Klassiker "My Favourite Things" angelehnten Strophen eine andere Therapieform: die "retail therapy", also das Shoppen mit dem alleinigen Ziel, gute Laune mit nach Hause zu nehmen. Das Album als Ganzes, das kann man sicher sagen, vertritt einen pluralistischen Therapie-Ansatz.

Die Stimmungsbandbreite ist auf "Thank U, Next" groß, aber die narrative Klammer ist immer der Genesungsprozess von Ariana Grande. Auch der Sound ist noch ein Stück runder als beim Vorgänger, weil die Produzentenfedern von Max Martin und Tommy Brown sich diesmal nicht mit Pharrell-Williams-Beats messen wollen. Was im Sinne des Titels als nächstes kommt, steht absolut in den Sternen. Wenn schon nicht mit Männern, dann führt Ariana Grande aktuell womöglich eine toxische Beziehung mit ihrer Kunst. Durch die persönliche Tragik wird diese definitiv sehr viel interessanter.

Bewertung: überzeugend

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