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Dahlia Sleeps: Love, Lost

Pop - Ferryhouse Productions

  • Dahlia Sleeps - Love, Lost Foto: Ferryhouse
  • Barfuß im Regen: So wie Dahlia Sleeps hier auftreten, klingt auch ihre Musik auf "Love, Lost". Foto: Tom Turpie

"Love, Lost" - der Titel der neuen EP von Dahlia Sleeps verrät es bereits: Pathos und Drama erwarten den Hörer. Leichte Kost fürs Hitradio sind die sieben Tracks des Londoner Quartetts definitiv nicht. Begleitet von minimalistischen Piano- und Electro-Klängen schweben die Synthie-Flächen und die Stimme von Lucy Hill um die Wette - weit entfernt von Wolke sieben allerdings, denn es geht um die verlorene Liebe.

In der Blogger- und Indie-Szene ist die Band des Produzenten und musikalischen Masterminds Luke Hester, der Sängerin Lucy Hill und der Mitstreiter Spencer Buckley und Callum Sharp längst Everybody's Darling. Die einstigen Soundcloud-Sweethearts avancierten inzwischen auch live und in echt zu angesagten Künstlern. Sie spielen ausverkaufte Shows, landeten auf der Glastonbury’s Emerging Talent List und kamen auch schon zu einem Auftritt bei "BBC Music Introducing". Gut möglich, dass die EP "Love, Lost" den Aufmerksamkeitsradius noch einmal erweitert.

Die behutsam arrangierten Elegien geben der intensiven Stimme von Lucy Hill den Raum, der ihr gebührt. Dahlia Sleeps bieten ideales Ohrenkino für gebrochene Herzen und wären deshalb sicher auch bestens geeignet für die Vertonung tragischer Momente in Film und Fernsehen. Schon jetzt wird die Band gerne verglichen mit Acts wie den frühen London Grammar, Pale Waves, The XX, Daughter und Cat Power. Wenn man sich ganz auf die intensive Melancholie von Lucy Hills Organ konzentriert, bietet sich auch der Vergleich mit der Anti-Frohnatur Lana Del Rey an.

Trauer, Wut und Liebe

"Love, Lost" ist ein Drama in sieben Akten, inklusive Intro, Interlude und Outro. Der rote Faden: der betörende Kontrast von echten Gefühlen und synthetischen Klängen. Zumeist entsteht diese Mischung im dynamischen Zusammenspiel von Lucy Hill und Luke Hester. Luke schickt die von ihm produzierten Instrumentals an Lucy, und die lässt sich davon zu ihren theatralischen Kurzgeschichten inspirieren. Geschichten, in denen sich Herz auf Schmerz reimt, untermalt von sphärischen Electro-Sounds, jeder Menge Hall auf den Gitarren und einem missmutigen Klavier. Sogar die Drums klingen - selbst in ihren wuchtigsten Momenten (wie in "To The Water") - traurig. Dennoch gleitet "Love, Lost" nie ins Melodramatische ab.

Im Titeltrack "Love, Lost" singt Lucy Hill: "You're too young to be so love lost, too old to care so much". Das ist vielleicht auch eine treffende Beschreibung des eigenen Werks. Diese kurze und doch epische EP ist jedenfalls der perfekte 18-minütige Soundtrack, um sowohl pubertäres als auch postpubertäres Selbstmitleid zu zelebrieren. Der bittersüße Schmerz durchdringt alles, und er wirkt stets authentisch. Darauf legen Dahlia Sleeps auch großen Wert. Lucy Hill beschreibt Dahlia Sleeps als "Projekt, bei dem es darum geht, Wahrheit und Ehrlichkeit zu suchen und zu dokumentieren - ob das nun Trauer, Wut oder Liebe ist".

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