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Hans Zimmer: The World of Hans Zimmer - a Symphonic Celebration

Filmmusik - Sony Classical

  • Hans Zimmer - The World Of Hans Zimmer - A Symphonic Celebration Foto: Sony Music
  • Hans Zimmer gehört zu den erfolgreichsten Komponisten Hollywoods. Nun sind einige seiner bekanntesten Stücke auf einem neuen Album zu hören. Foto: Sony Music / Zoe Zimmer

Fürs Rampenlicht hat Hans Zimmer keine Zeit. Es soll Tage im Leben des weltbekannten deutschen Filmkomponisten geben, an denen er satte 20 Stunden arbeitet. In seinem Studio in Santa Monica entstehen jährlich etwa 30 Scores für Filme, Serien, Videospiele. Der Output des oscarprämierten 61-Jährigen ist beträchtlich. "Internet Movie Database" zählt seit 1982 über 200 Auftragsarbeiten. Auf der seit knapp einem Jahr laufenden Orchester-Tour "The World Of Hans Zimmer - A Symphonic Celebration" steht eine streng kuratierte Auswahl der Stücke im Mittelpunkt. Und ein bisschen auch der Maestro selbst. In Videoeinspielern erzählt der Arrangeur Anekdoten vom Entstehen seiner Meisterwerke und lässt sich von Hollywoodgrößen gehörig bauchpinseln. Das begleitende Album kommt ohne diese Zwischenspiele aus.

Dass die Score-Klänge und Sinfonien auch ohne weiterführende Informationen und vor allem ohne die dazugehörigen Bilder wirken können, ist bekannt. Zimmers Soundtracks landen regelmäßig in den Charts. Viel interessanter ist also - natürlich neben der Aufnahmequalität (einwandfrei) und der Leistung der Vortragenden (über jeden Zweifel erhaben) - die Frage, wie der stilistische Mischmasch zusammenpassen soll. Schließlich hat die rasante Musik zu "Fluch der Karibik" wenig mit dem düsteren Score zu "The Dark Knight" gemein und "Kung Fu Panda" wenig mit "Gladiator". Die für die Streifen nötigen Stimmungsmaler besitzen jedoch, gerade in der teilweise neu arrangierten Liveaufführung, eine Gemeinsamkeit: Sie bewegen den Hörer.

Die volle Gefühlspalette

Da löst sich Dringlichkeit in Erlösung auf ("Spirit") und Hektik in Triumph ("The Lion King"). "The Wheat / The Battle" aus "Gladiator" führt in eine beklemmende Situation; das Stück "Time" aus "Inception" lässt genauso baff zurück wie Christopher Nolans filmisches Meisterstück. Hier und da kommt das Zimmer'sche Werk sogar ganz ohne Pomp aus. So wird für "Mission: Impossible 2, Part 1" gezupft und geschnalzt und für die Dreamworks-Animationsfilmreihe "Madagascar" gehopst und gepfiffen.

Die vorliegende Aufnahme stammt vom Tourstopp im Konzerthaus Wien - das ORF Radio-Symphonieorchester der österreichischen Hauptstadt und der Chor Neue Wiener Stimmen übernahmen die Hauptarbeit. Eine gute Arbeit liefert auch der Schnitt, der das Wiener Publikum nicht zwanghaft nach jedem Vortrag applaudieren lässt. Dass dieses in manchen Stücken große Begeisterung zeigt, ist für eine solche Aufnahme und das "Abtauchen" in die Musik vielleicht nicht optimal, jedoch nur schwer zu verhindern - und am Ende auch nachvollziehbar.

Bewertung: ausgezeichnet

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