MyMz

Dido: Still On My Mind

Pop - BMG Rights Management

  • Dido - Still On My Mind Foto: Warner Music
  • Mit 47 und 40 Millionen verkaufter Alben muss sich Dido weder an Zeitpläne noch an vermutliche niemals gesteckte Ziele halten. Foto: BMG

Bereits bei Didos letztem Album "Girl Who Got Away" (2013) war von einem Comeback die Rede. Damals waren es viereinhalb Jahre, die sich die Britin zwischen zwei Platten Zeit ließ. Sie heiratete, bekam einen Sohn: gute Gründe für einen gehörigen Aufschub. Diesmal ließ sie ganze sechs Jahre verstreichen, ehe sie mit "Still On My Mind" wieder von sich hören lässt. Es gab eben Wichtigeres im Leben der 47-Jährigen. Und nach geschätzt 40 Millionen verkaufter Alben lässt sich alles gewiss auch etwas entspannter angehen.

Geradezu tiefenentspannt sogar, wenn man den Aussagen der Sängerin über die Produktion ihres fünften Albums Glauben schenken mag. Eine Vielzahl der neuen Lieder sei in ihrem Haus in England entstanden. Gesangsspuren fanden gar von der Couch aus den Weg auf die Töne, die Dido abermals mit ihrem Bruder Rollo erdachte und verwirklichte. Ohne ihn, bekannte sie jüngst, hätte sie wohl auch gar kein weiteres Album mehr gemacht. Ohne ihn entstünden eben nicht diese "magischen Momente", die es für ein Dido-Album brauche.

Lieber Spaß als Ziele

So verwundert es natürlich auch nicht, dass "Still On My Mind" ein entspanntes Album geworden ist. Nicht einmal die wenigen beschwingteren Lieder wie "Mad Love" können daran etwas ändern. Didos Stimme ist unverändert, rührend und beruhigend zugleich. Was nicht heißt, dass keine Kraft darin läge. Die Balladen "Give You Up" und "Walking By" sind mehr selbstbewusst denn zerbrechlich. Auf den vielen house-igen bis trance-igen Stücken ist ihr Gesang zudem nie nur Beiwerk. Wenn im Verlauf ("Hurricanes") oder von Beginn an ("Hell After This") Bruder Rollos Soundbild voller und verspielter bis spannender ist, gibt sie einen gefestigten Gegenpart dazu ab.

Abwechslungsreich ist es, einzig eine rechte Einheit will das neue Album nicht darstellen. Weder thematisch gibt sich ein roter Faden zu erkennen noch offenbart die Untermalung, wo Dido und Rollo mit der Platte hinwollten. Was erst mal sympathisch gelassen anmutet, kann beim konzentrierten Durchhören den Hörer aus der Spur bringen. Die Sängerin scheint auf ihrem Sofa nicht nur die Zeit, sondern auch das Formulieren echter musikalischer Ziele vergessen zu haben. Pickt man sich allerdings seine Lieblingsstücke für die eigene Pop-Playlist heraus, überwiegt die Freude, dass darin auch wieder etwas Neues von Dido zu hören ist.

Bewertung: überzeugend

teleschau - der mediendienst

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht