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Musik-Kritik
Donnerstag, 21. Juni 2018 29° 8

Refuge: Solitary Men

Heavy Metal - Frontiers Records S.R.l.

  • Refuge - Solitary Men
  • Refuge - das ist eigentlich nichts anderes als die Originalbesetzung von Rage (von links): Manni Schmdt, Peavy Wagner und Christos Efthimiadis. Foto: Hakon Grav

Alles an Refuge erinnert an Rage. Der Schriftzug zum Beispiel und auch der neue Albumtitel "Solitary Men", welcher sich ebenso wie der Bandname von Songs ableitet, die in den späten 80-ern und frühen 90-ern entstanden. Die Spurensuche führt also in die Zeit zurück, als die Band aus dem Ruhrgebiet endgültig zu einer deutschen Heavy-Metal-Institution wurde. Und siehe da, auch die Besetzung ist die alte. Kurzum: Refuge sind Rage.

Nun, genau genommen ist es doch eine Ex-Version von Rage. Schließlich existiert eine aktuelle und umtriebige Konstellation der Band. Bindeglied ist natürlich Mastermind Peter "Peavy" Wagner. Vor ein paar Jahren traf sich der Sänger und Bassist mit seinen alten Kumpels Manni Schmidt (Gitarre) und Christos Efthimiadis (Schlagzeug), und die Magie von damals kehrte offenbar wie mit einem Paukenschlag zurück. Auf der Bühne funktionierte die Wiedervereinigung wunderbar, und so ist das Refuge-Debütalbum "Solitary Men" im Grunde der logische nächste Schritt.

Genauso klingt das Ergebnis dann auch. Rage standen schon immer für eine relativ zeitlose Form des Schwermetalls, daher hält sich der Retrofaktor in Grenzen. Obgleich Songs wie "The Man In The Ivory Tower" oder das bereits bekannte Stück "From The Ashes" wie kleine Raumschiffe aus einer verlorenen Zeit über das metallische Dorf schweben, kann der Hörer von heute diese auch ohne nostalgische Anflüge ausgiebig honorieren. "We Owe A Life To Death" und "Let Me Go" transportieren eine mit positiver Attitüde durchgespülte Freude an der wiedergefundenen Energie der drei Freunde, und "Hell Freeze Over" greift nach dem ersten Riff aus, welches Gitarrist Manni einst - genauer: 1987 - in den Proberaum trug. So viel Retro-Feeling muss dann doch sein.

"Insgesamt haben wir fast zwei Jahre an dem Zeug herumgewurstelt. Das war auch die Absprache mit dem Label", erklärt Bandchef Peavy. Zwei Jahre, die sich gelohnt haben. "Solitary Men" wirkt wie ein ausgewachsener Bruder der Klassiker von damals, und auch wenn immer noch an der Einordnung von Refuge als einem Feierabendprojekt festgehalten wird, bleibt zu hoffen, dass die drei weiterhin regelmäßig von sich hören lassen. Unabhängig von der aktuellen Rage-Inkarnation.

Bewertung: überzeugend

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