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Musik-Kritik
Montag, 21. Mai 2018 25° 2

Sarah: Zurück zu mir

Pop - El Cartel Music

  • Sarah - Zurück zu mir Foto: RTL II / El Cartel Music
  • "Ich habe die vergangenen Monate vor allem dazu genutzt, herauszufinden, wer ich wirklich bin und wohin meine Reise gehen soll", erklärt Sarah Lombardi. Deshalb nennt sie ihr neues Album auch "Zurück zu mir". Foto: RTL II / El Cartel Music

Nie mehr niedlich: Nach zwei Jahren Pause und einer öffentlich ausgeschlachteten Trennung von ihrem früheren Lebens- und Duettpartner Pietro meldet sich Sarah Lombardi mit einem neuen Album zurück. Mit "Zurück zu mir" will die einstige "DSDS"-Teilnehmerin sich nicht nur als Solokünstlerin etablieren, sondern vor allem auch als gereifte Persönlichkeit. Sie selbst sagt dazu: "Ich habe die vergangenen Monate vor allem dazu genutzt, herauszufinden, wer ich wirklich bin und wohin meine Reise gehen soll." Wohin schon. An die Chartspitze natürlich! Nur schade, dass das Vehikel dafür so ein knallhart durchkalkulierter, gesichtsloser Mischmaschpop sein soll.

Ein bisschen widersinnig ist es schon: Sarah ist laut Plattenfirma nun endlich ganz bei sich angekommen, und nun schließt sie sich der Masse an, indem sie ab sofort auch auf Deutsch singt. Sie verspricht den totalen Neustart - und lässt die Albenproduktion mal wieder in einer dreiteiligen Doku-Soap von RTL II begleiten (ab 9. Mai, mittwochs, 22.15 Uhr). Das ist nicht verwerflich, klar - aber auch nicht besonders glaubwürdig. Lombardi wirkt weniger wie eine selbstbestimmte Sängerin, sondern wie ein singender Promi.

Immerhin ist ihr Team halbwegs auf Zack und weiß, was angesagt ist. Ein bisschen Ego-Feierei etwa gehört auf jeden Fall dazu. Hier wird sie mal mit ein wenig Elektrogezupfe ("Labyrinth"), mal mit Standard-Wohlfühl-Deutschpop ("Genau hier") und mal als softe Rockversion ("Mensch ärger dich nicht") vertont. Doch diese Variationen bleiben immer im massentauglichen Rahmen, auch die Texte sind leicht zugänglich bis poesiealbenplatt. Das gilt genauso für die Liebeslieder, die von komplizierten Beziehungen erzählen. Sogar ein Song für die beste Freundin ist dabei ("Einzigartig schön"), der das arme Hascherl mit Handclaps und schwungvollem Chor zu mehr Selbstakzeptanz führen soll.

Keine Frage: Sarah Lombardi zeigt bei dem Ganzen immer wieder, dass sie tatsächlich singen kann. Nur hätte man ihr - und vor allem ihren Hörern - dazu eben auch bessere Songs gewünscht. Lediglich zwei Überraschungen bietet das Album: Dass Sarah Lombardi Udo Lindenberg covern würde, hätten wohl nur wenige gedacht. Allerdings wird "Durch die schweren Zeiten" hier zu einer völlig entkräfteten Nummer mit reichlich Schluchzen. Positiver fällt da "Hinterher" auf. In dem Song darf Lombardi sich mal ein wenig kratzbürstig zeigen und bekommt das auch erstaunlich gut hin. Vielleicht hätte sie diesen Widerborst auch im Produktionsprozess mal ein bisschen raushängen lassen sollen. Aber vielleicht genügt es der Sängerin ja auch, sich die nächste Doku-Soap zu sichern.

Bewertung: akzeptabel

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