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Me and That Man

So pur das Herz, so finster die Seele

Wie eine Mischung aus Nick Cave und Quentin Tarantino: "New Man New Songs Same Shit Vol. 1" oszilliert zwischen dunklem Folk, Country und Blues.

  • Ein kleines Who's Who der Metal-Szene hat sich zusammengefunden, um mit Behemoth-Chef Adam Darski das Album "New Man New Songs Same Shit Vol. 1" aufzunehmen. Foto: Napalm Records
  • Die großen Erfolge feiert Adam Darski mit seiner Black-Metal-Band Behemoth. Mit Me and That Man zeigt der Pole, dass er auch dem Country und dem Blues durchaus zugeneigt ist. Foto: Grupa13

Dem Black Metal eilt nicht gerade der Ruf voraus, stilistisch nach allen Seiten hin offen zu sein. Er hat seine Gemeinde, seine Hohepriester, seine Prinzipien. Ausnahmen wie Behemoth bestätigen die Regel. Seit geraumer Zeit mischen die Polen das Genre mit erstklassigen Würfen auf. Quasi nebenbei hob ihr Chef, der aufgrund seiner Ansichten nicht unumstrittene Adam "Nergal" Darski, vor einigen Jahren gemeinsam mit dem Musiker John Porter unter dem Namen Me and That Man ein Projekt aus der Taufe, welches sich zwischen Johnny Cash und Nick Cave, zwischen staubtrockenem Country, Blues und düsterem Folk tummelt.

Porter ist mittlerweile nicht mehr mit von der Partie. Dafür hat Darski sich für das Zweitwerk "New Man New Songs Same Shit Vol. 1" gleich eine ganze Reihe an neuen Mitstreitern ins Boot geholt. Die bekanntesten: Corey Taylor (Slipknot, Stone Sour), der dem bluesigen Rock in "How Come?" frönt, und Brent Hinds (Mastodon), der gleichzeitig als Gitarrengast an der Wand lehnt. Ihsahn (Emperor) setzt dem sich fast gospelartig wiegenden Stück "By The River" eine vokale Krone auf, Matt Heafy von Trivium erzählt in "You Will Be Mine" mit aus ungeahnten Tiefen steigender Stimme davon, was mit "seiner" Frau passierte, als er sie beim Fremdgehen erwischte: "So you'll be mine or you'll be dead / I said those words and shot a bullet in her head." Düsterer geht's wohl kaum.

"My heart is pure, but my church is black"

Musikalisch ist dieses Album - bis auf einen Überraschungsmoment am Ende des Albums - Welten entfernt vom Black Metal. Inhaltlich nicht unbedingt: Es geht um Abgründe, um staubtrockene Einsamkeit und - natürlich - Tod und Teufel. "Within my grave I lie awake, entombed in dirt and rattlesnakes / The soil is cold my coffin's tight, I hear the train roll on through the night": Alles ist dabei, wenn in dem flotten, von einem Banjo angetriebenen Country-Duett "Deep Down South" Johanna Sadonis (Lucifer) ihrem Gegenpart Nicke Andersson (The Hellacopters, Entombed) begegnet.

Das Spiel mit diabolischen Versatzstücken wie im tanzbaren Song "Run With The Devil" oder der im wahrsten Sinne des Wortes hitzigen Folknummer "Burning Churches" gelingt Darski vorzüglich. Hinter der Hausecke, an der ein Straßenmusiker steht, lauert das perfide Verbrechen. Im warmen Wüstensand versteckt sich die tödliche Schlange. "New Man, New Songs, Same Shit Vol. 1" ist ein unterhaltsamer Ritt durch die Höllenglut. Frei nach der Textzeile des Openers: "My heart is pure, but my church is black."

Alexander Diehl

Me and That Man - Confession

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