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Musik

Tom Jones tigert durchs Schloss

Delilah, Pussycat, Thunderball – heute spielt ein Sir bei den Festspielen. In Anlehnung an seine Hits erlauben wir uns Tipps.
Von Heike Haala, MZ

Heute Abend kommt der walisische Sänger Sir Tom Jones zu den Schlossfestspielen nach Regensburg.
Heute Abend kommt der walisische Sänger Sir Tom Jones zu den Schlossfestspielen nach Regensburg. Foto: dpa

Regensburg.Eigentlich hätte es ja schon bei den Schlossfestspielen im vergangenen Jahr soweit sein sollen: Tom Jones in Regensburg. Einen Tag vor dem Konzert aber musste Veranstalter Reinhard Söll mit einer schlechten Nachricht an die Öffentlichkeit gehen: Der Tiger liegt flach. Jones litt an einer Infektion der oberen Atemwege und musste sein Konzert absagen. Heute aber sieht es gut aus: Die vergangenen Konzerte der Tour – etwa gestern im französischen St. Tropez, am Sonntag im englischen Hove oder vergangenen Donnerstag in Locarno – fanden allesamt statt. Scheint so, als würde Tom Jones heute wirklich über die Bühne im Schloss Thurn und Taxis tigern. Damit er Regensburg anschließend auch in bester Erinnerung behält, haben wir uns erlaubt, fünf Tipps für seinen Tag in der Domstadt in Anlehnung an einige seiner Hits zusammenzustellen.

Burning Down the House: Feuer gegen Feuer nur in Ausnahmen

„Fighting fire with fire“, singt Nina Persson von „The Cardigans“ im Duett „Burning Down the House“ mit Tom Jones. „Wenn man bei einem Hausbrand Feuer mit Feuer bekämpft, dann dürfte das am Ende wirklich niedergebrannt sein“, sagt Johannes Buchhauser, der Leiter der Regensburger Berufsfeuerwehr. Er weiß zwar, dass diese Taktik bei flächigen Waldbränden – etwa in den USA – durchaus zum Einsatz kommt. In Deutschland hat er aber noch nie davon gehört. Diese Vorgehensweise sei etwas für absolute Spezialisten. Wenn Tom Jones also kein solcher sei, solle er das lieber nicht machen. „Ein Einsatzleiter, der sich dafür entscheidet, befindet sich in einer Notlage“, sagt Buchhauser. Die Kunst bestehe darin, einem Feuer durch ein anderes Luft und Brennstoff so zu entziehen, dass beide Feuer am Ende von selbst ausgehen.

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Thunderball: Ab Nachmittag sind einzelne Gewitter möglich

1965 kam der James-Bond-Film „Thunderball“ in die deutschen Kinos, zu dem Tom Jones den gleichnamigen Titelsong lieferte. Nun, ein Feuerball ist über dem fürstlichen Schloss beim Konzert heute nicht zu erwarten. Laut Volker Wünsche, dem Leiter der Münchner Niederlassung des Deutschen Wetterdienstes, könnten sich ab heute Nachmittag aber Gewitter über Ostbayern zusammenbrauen. Wann, wo und wie heftig sie sich entladen, hänge von vielen Faktoren ab. Deswegen ist jetzt noch nicht klar, ob das fürstliche Schloss unter so einer Gewitterwolke liegen wird. Das könne erst 120 Minuten vor dem Unwetter gesagt werden. Deswegen rät Wünsche allen Festivalbesuchern und Tom Jones selbst, die Wetter-App des DWD im Blick zu haben. Der Radar der App sagt im Fünf-Minuten-Takt voraus, wie sich das Wetter entwickeln wird.

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So stylisch kleiden sich die Gäste bei den Schlossfestspielen

Delilah: Eine Reliefplatte im Historischen Museum

Die Geschichte von dem Mann, der seine geliebte Delilah ersticht, weil sie ihn betrogen hat und ihn dazu noch auslacht, ist einer der größten Hits des Tigers. Legendär ist der inbrünstige Refrain: Why, why, why, Delilah? Falls sich Tom Jones diese Inbrunst noch einmal vergegenwärtigen möchte, um die Emotionen heute Abend auch gut rüberzubringen, könnte er sich von einer ebenso verräterischen Namensvetterin der Delilah im Historischen Museum aufstacheln lassen: Dort findet sich eine Relief-Platte mit einer Samson-und-Dalila-Szene aus der Zeit um das Jahr 1060. Die Bibelgeschichte erzählt von einem Philistermädchen, das den unbesiegbaren Samson an die Fürsten ihres Stammes verriet, obwohl er sich in sie verliebt hatte. Sie verriet den Philistern das Geheimnis von Samsons Macht. Die schnitten ihm seine kraftspendenden Locken ab und blendeten ihn.

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Sexbomb oder ladylike: Werden die Höschen wieder fliegen?

Eigentlich nervt es Tom Jones ein wenig, wenn die Damen unter seinen Zuhörern ihre Wäschestücke auf die Bühne werfen. Das sagte er vor einiger Zeit in einem Fernsehinterview. Dennoch wäre es besser, wenn er sich innerlich schon einmal darauf einstellt, dass es auch in Regensburg zu diesem Szenario kommen könnte. Denn für manche seiner weiblichen Fans gehört der Wäsche-Weitwurf einfach ebenso zu einem Tom-Jones-Konzert wie die obligatorische Reis- und Toilettenpapierschlacht zur Rocky-Horror-Picture-Show. So konnten sich etwa einige Besucherinnen im vergangenen Jahr nicht zurückhalten, als Tom Jones beim Münchner Tollwood-Festival spielte. Wenige Tage zuvor, beim Konzert in der Alten Oper in Frankfurt, aber hielten sich die Damen zurück. Auch Söll sagt, dass es sein könnte, dass sich eine Festspiel-Besucherin diesen Scherz erlaubt: „Dann muss sie aber schon besonders weit und hoch werfen können“. Er blickt dem ganzen gelassen entgegen.

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What’s new Pussycat? Die Tigerbabys im Straubinger Zoo

Falls den Tiger vor seinem Konzert das Lampenfieber packt und er sich ablenken muss, hätten wir den perfekten Tipp für ihn. Er könnte bei seinen beiden kleinen Tigerartgenossen im Straubinger Zoo vorbeisehen und sie fragen, was es Neues gibt. Er darf allerdings nicht davon ausgehen, dass sich Tambi oder Aziza ihre Pussycat-Nase für ihn pudern, wie Jones es im seinem Song aus dem Jahr 1965 fordert. Das Lied wurde für eine Komödie geschrieben, die ebenfalls 1965 in den Kinos lief und den gleichen Titel wie der Song hat.

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Unsere Rezension vom Konzert mit Sarah Connor

Alle Artikel zu den Schlossfestspielen finden Sie in unserem Dossier

Hier finden Sie unseren NewsBlog zu den Regensburger Schlossfestspielen:

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