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Musical

Eine märchenhafte Liebesgeschichte

Die Schöne und das Biest feiert am Samstag mit über 200 Kindern Premiere.
Von Michael Scheiner

Eva Wolfsteiner und Yinjia Gong übernehmen die Hauptrollen in dieser Variante von „Die Schöne und das Biest“.  Foto: Uwe Moosburger
Eva Wolfsteiner und Yinjia Gong übernehmen die Hauptrollen in dieser Variante von „Die Schöne und das Biest“. Foto: Uwe Moosburger

Regensburg.Es ist ein französisches Nationalmärchen, wurde mehrfach verfilmt und dient als Grundlage für Hörspiele, Opern, ein Computerspiel und Literatur. Jean Cocteau machte mit seiner Version von „La Belle et la Bête“ (Die Schöne und das Biest) ein poetisches Meisterwerk daraus mit Jean Marais in der Rolle des schrecklichen Untiers. Als Musical erlebte die märchenhafte Geschichte vor einem Vierteljahrhundert Premiere.

Daran haben sich Hans Holzbecher und Andrea Friedrichs orientiert, als sie das Musical für Menschen ab acht Jahren bearbeitet haben. Martin Doepke hat Musik dazu entworfen und Elke Schlimbach mit Grant Stevens Liedtexte geschrieben. Neben Solisten vom Stadttheater werden diese voller Inbrunst und Hingabe von hunderten Kindern des Cantemus-Chores gesungen. Für die Inszenierung, die Eva-Maria Eiberger in die Hand genommen hat, kooperiert der Chor mit seinem dynamischen Leiter Matthias Schlier mit dem Theater Regensburg. Für Eiberger, die als Laienspielberaterin für den Bezirk tätig ist, erschien das Biest (Yinjia Gong) in seiner ganzen Hässlichkeit, die es durch den Blick der Schönen abstreifen kann, „zu märchenhaft und einfach“.

Geht es ihr doch darum Außenseiter darzustellen, die sich im Dorf und ihrer Rolle nicht wohlfühlen und Ablehnung erfahren. „Also“, erklärt sie resolut, „sieht das Biest immer gleich aus, wird aber mit Lasten beladen“. Die bilden die „schlechten Seiten des Menschen“ ab. Verzauberte Kinder hängen den ganzen Abend wie Kletten am Biest, „sie verwachsen zur äußeren Form, die es verunstalten“. Erlöst wird es von der hübschen Belle (Eva Wolfsteiner) natürlich dennoch, denn „ein Happy End muss sein“.

Die Bühne im Velodrom, auf der am Samstag um 16 Uhr die Premiere mit über 200 Kindern und Sängern stattfindet, ist einfach und spartanisch gehalten. Die fantastischen Räume, das Schloss, das große Haus von Belles Familie im Dorf, der Wald, alles wird als wunderbarer Kunstkniff über eigens kreierte Videos (Sascha Gratza) in Stop-Motion-Technik geschaffen und „vermittelt unheimlich viel Atmosphäre“, begeistert sich Eiberger.

Wie „die Jungfrau zum Kind“ ist der Regensburger Hubert Kramer zur Rolle des Vaters gekommen, der sich verirrt und vom Untier gefangen genommen wird. Der ehemalige Flugbegleiter knüpft damit an eine frühere Tätigkeit als Regisseur, Dramaturg und Korrepetitor am fürstbischöflichen Theater in Passau an. Im Austausch rettet Wolfsteiner, seit zwei Jahrzehnten Mitglied bei Cantemus und bei vielen Produktionen mit dabei, als Dorfschönheit Belle ihren Vater und freundet sich mit dem (Kinder-)Personal des Schlosses an. Es ist ein „unglaublich tolles Miteinander von Kindern, Laienspielern und Profisängern vom Theater“, sind sich die beiden Darsteller einig.

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