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Freitag, 20. April 2018 27° 2

Die Einkreisung

Daniel Brühl als Serienstar?
von Amelie Heinz

  • Ein gutes Team? Die Sekretärin Sara Howard (Dakota Fanning), der Irrendoktor alias "Alienist" Dr. Laszlo Kreizler (Daniel Brühl, Mitte) und der Zeitungsillustrator John Moore (Luke Evans) versuchen, einen Kindsmörder zu fassen. Foto: ô &  2017 Turner , Inc. Time Warner / Kurt Iswarienko
  • Dr. Laszlo Kreizler (Daniel Brühl, Mitte) interessiert sich für die psychischen Abgründe der Menschen. Foto: ô &  2017 Turner , Inc. Time Warner / Katalin Vermes
  • Sara Howard (Dakota Fanning), Laszlo Kreizler (Daniel Brühl, rechts) und John Moore (Luke Evans) werten verschiedene Spuren aus. Foto: ô &  2017 Turner , Inc. Time Warner
  • Dakota Fanning verkörpert die Sekretärin Sara Howard, die sich im männerdominierten New York Ende des 19. Jahrhunderts einiges gefallen lassen muss. Foto: ô &  2017 Turner , Inc. Time Warner / Katalin Vermes
  • Sara Howard (Dakota Fanning), Laszlo Kreizler (Daniel Brühl, rechts) und John Moore (Luke Evans) versuchen herauszufinden, wer in New York kleine Jungs ermordet und danach zerstückelt. Foto: ô &  2017 Turner , Inc. Time Warner / Kurt Iswarienko
  • Laszlo Kreizler (Daniel Brühl) ist ein Genie auf dem umstrittenen Gebiet der Geisteskrankheiten. Foto: ô &  2017 Turner , Inc. Time Warner / Katalin Vermes
  • Die Aufnahmen in "Die Einkreisung" sind durchaus beeindruckend. Foto: ô &  2017 Turner , Inc. Time Warner / Kata Vermes
  • New York ist wohl die heimliche Hauptdarstellerin von "Die Einkreisung". Gedreht wurde allerdings in Budapest. Foto: ô &  2017 Turner , Inc. Time Warner / Kata Vermes
  • Laszlo Kreizler (Daniel Brühl) ist Irrenarzt, das alte englische Wort dafür lautet "Alienist". Foto: ô &  2017 Turner , Inc. Time Warner / Kata Vermes
  • Die Sekretärin Sara Howard (Dakota Fanning) will den Männern beweisen, dass sie genauso viel aushalten kann wie diese. Foto: ô &  2017 Turner , Inc. Time Warner / Kata Vermes
  • Die Sekretärin Sara Howard (Dakota Fanning) hilft dem Irrendoktor Laszlo Kreizler bei seinen Ermittlungen. Foto: ô &  2017 Turner , Inc. Time Warner / Kata Vermes
  • Die Sekretärin Sara Howard (Dakota Fanning), der Irrenarzt Dr. Laszlo Kreizler (Daniel Brühl, Mitte) und der Zeitungsillustrator John Moore (Luke Evans) sind einer brutalen Mordserie auf der Spur. Foto: ô &  2017 Turner , Inc. Time Warner / Kurt Iswarienko

New York City, 1896: Wir befinden uns mitten im sogenannten "Vergoldeten Zeitalter". Gemeint ist damit eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs in den USA, in der Männer wie Rockefeller immer reicher und reicher wurden und Millionen Immigranten aus Europa in den Staaten ihr Glück versuchten. Während die eine Hälfte der Gesellschaft im "Gilded Age", der Begriff wurde von Autor Mark Twain geprägt, ihren neugewonnen Reichtum zelebrierte, siechte die andere Hälfte vor allem in den dreckigen Slums von New York vor sich hin. New York war eine Stadt der Widersprüche. Und genau diese Widersprüche stehen im Zentrum der opulenten Thrillerserie "Die Einkreisung", die ab 19. April auf Netflix zu sehen ist.

Gleich vorweg: "Die Einkreisung" ist nichts für schwache Mägen. Wer eine Aversion gegen allzu deutliche Aufnahmen von verstümmelten Leichen hegt, wird kein Fan der zehn Episoden werden, denn der Zuschauer folgt Dr. Laszlo Kreizler (Daniel Brühl) durch New York auf der Suche nach einem psychisch gestörten Serienkiller. Immer wieder werden dessen Opfer in schaurig schönen Bildern gezeigt, Dr. Laszlo Kreizler sagt gar zu seinem Kollegen, dem Zeitungsillustrator John Moore (Luke Evans), dass dessen Zeichnung eines toten Jungen wertlos sei, denn er habe diesen nicht originalgetreu, sondern wie einen heiligen Märtyrer in einem Renaissance-Gemälde dargestellt. Man hat hier also einmal mehr eine Serie, die das Eklige visuell ansprechend inszeniert. Neu ist das nicht, "Hannibal" oder "American Gods" haben vorgemacht, wie das funktionieren kann.

Auch ansonsten wirkt vieles an der Adaption des gleichnamigen Romans von Caleb Carr aus dem Jahr 1994 ein wenig so, als hätte es vor zehn Jahren mächtig einschlagen können. In der Post-"Game of Thrones"-Ära dümpelt die Produktion, die im Englischen "The Alienist" (veraltet, auf Deutsch: "Irrenarzt") heißt, eher im Bereich des Gewöhnlichen umher. Die Story des Doktors, der versucht, einen brutalen Kindsmörder zu fassen, ist zwar spannend, doch auch recht simpel.

Schauspielerisch ist die Thrillerserie dagegen großartig. Daniel Brühl darf auf internationaler Bühne einmal mehr beweisen, dass er als deutsches Aushängeschild einen guten Job macht, auch Dakota Fanning spielt die Sekretärin, die in der Polizeistation tätig ist und heimlich mit Dr. Laszlo Kreizler zusammenarbeitet, recht vielschichtig. Doch die heimliche Hauptdarstellerin von "Die Einkreisung" ist wohl die Stadt New York, auch wenn die meisten Bilder in Budapest entstanden. Gezeigt wird eine Stadt, in der Arm und Reich nah beieinander liegen, in der die Reichen fürstlich leben und das Leben eines armen Menschen keinen Pfifferling wert ist. New York ist eine Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten, jedenfalls für manche.

Doch auch die opulenten Bilder und die gute Besetzung können das eher gewöhnlich gestrickte Drehbuch nicht wettmachen. Man hat das Gefühl, als wäre das alles schon einmal dagewesen, und so ist "Die Einkreisung" zwar solide Unterhaltung, aber eben auch nicht mehr als das.

teleschau - der mediendienst

Die Einkreisung
Studio: Netflix
FSK: 16
Regisseur: Jakob Verbruggen
Schauspieler: Daniel Brühl, Dakota Fanning, Luke Evans
Land: USA
Genre: TV-Serien
Sprachen:
Untertitel:
Extras:
Preis:
Bewertung: Film: akzeptabel
Bild:
Ton:
Extras:

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