Kirchenzug mit Segnung
150-jähriges Bestehen: Tausende feierten mit der Feuerwehr Zandt ihr Jubiläum

23.06.2024 | Stand 23.06.2024, 18:58 Uhr |

Das Zandter Festgefolge mit Festmutter Bettina Pöschl Fotos: Rosi Stelzl

Ein prächtiger Kirchenzug mit 72 Vereinen, Musikkapellen und Spielmannszügen bewegte sich am Festsonntag durch die mit Girlanden und Fähnchen geschmückten Ortsstraßen von Zandt, angeführt mit Musik und dem Festverein der Freiwilligen Feuerwehr Zandt mit den Festleitern Benjamin Blasini, Michael Baumgartner und Michael Egger, hin zum Rathausplatz zur Feier des Gottesdienstes.

Als Zelebrant stand Monsignore Augustin Sperl am Altar, der auch dem neuen Unimog und den Fahnenbändern den kirchlichen Segen erteilte. Der Kirchenchor Zandt unter Leitung von Dominik Heigl umrahmte die Feier.

Nach den musikalischen Weckrufen ab 6 Uhr holte der Festverein ab 8 Uhr die Gastvereine am Parkplatz der Firma Zollner ab, alle begrüßt von Festleiter Benjamin Blasini, um 9.30 Uhr formierte sich ein langer Zug hin zum Rathausplatz zum Festgottesdienst.

1874 Wehr gegründet

„Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr! So steht es auf den meisten Fahnen der Feuerwehren, so auch auf der Fahne der Feuerwehr Zandt“, so die einleitenden Worte der Predigt von Monsignore Sperl. „Seit der Gründung der Feuerwehr Zandt im Jahre 1874 haben Hunderte von Feuerwehrleuten ihren Dienst treu und aufopferungsvoll für die Allgemeinheit getan. Auf der Fahne sehen wir den Heiligen Florian mit dem Banner in der Hand, dem Löscheimer und dem brennenden Haus.“ Diese Attribute wiesen ihn aus als den Patron in Feuer- und Wassergefahren – als den Patron aller Feuerwehren.

Segnung des Fahrzeuges

Die Mitglieder der Feuerwehr stünden all denjenigen bei, die sich nicht aus eigenen Kräften gegen die Gefahren des Feuers und des Wassers retten könnten. „Sie retten, löschen, bergen: Wobei das, Retten und Bergen‘ bei Unfällen und Katastrophen immer stärker abverlangt wird. Mit Recht wird der Einsatz der Feuerwehr auch von den Gemeindeverantwortlichen und der Politik und vom Staat gelobt. Am Ende segnete Monsignore Sperl die Fahnenbänder und den Unimog der Zandter Wehr.

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Landrat Franz Löffler gratulierte der Freiwilligen Feuerwehr Zandt zu der schönen Feier und lobte die eindrucksvolle Feuerwehrpredigt des Priesters, Kreisbrandrat Michael Stahl schloss sich der Gratulation und den Dankesworten an sagte der Feuerwehr Zandt ein „Hut ab“ zum grandiosen Fest. Namens der Feuerwehr gratulierte Festleiter Benjamin Blasini Monsignore Augustin Sperl auch noch zum 45. Priesterjubiläum und überreichte ihm zum Dank eine Figur des Heiligen Florian.

Erna Baumgartner hatte im Namen des Pfarrgemeinderates einen Blumenstrauß für Sperl mitgebracht, Bürgermeister Hans Laumer das Gemeindekrügerl und ein Geschenk mit Erzeugnissen aus der Gemeinde.

Bereits harmonischer Festsamstag

Der Samstag beim 150. Gründungsfest der Feuerwehr Zandt verlief ebenfalls sehr harmonisch bei heiterem Feiern, aber auch mit dem Gedenken für die verstorbenen Kameraden, mit Gebeten und einer Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal.

Recht zahlreich fanden sich die Senioren um die Mittagszeit im Festzelt ein, bewirtet von der Gemeinde um Bürgermeister Hans Laumer. Etwa 150 Personen hatten sich hierzu eingefunden und etwas später auch noch 20 Bewohner des Seniorenheimes und deren Betreuer. Festleiter Benjamin Blasini begrüßte alle auf das Herzlichste, seinen Grußworten schloss ich Bürgermeister Laumer an, der sich sehr freute, weil so viele Senioren seiner Einladung gefolgt waren. Die „Godlmusikanten“ unterhielten die Festbesucher mit Musik, sehr gefallen hat den Besuchern auch der Auftritt der Kindertanzgruppe des FC Zandt mit einem rhytmischen Tanz unter Leitung von Maria Heigl und Lisa Gruber. Auf dem Festplatz neben dem Zelt fand eine Ausstellung von Unimogs statt. Für Kinder führten Mitglieder der Wehr leichte Aufgaben und Spiele durch, und der Schausteller Nübler hatte verschiedene Fahrgeschäfte aufgestellt: An Losständen konnte man sein Glück versuchen, und zudem gab es allerhand Süßes zum Naschen, auch Lebkuchenherzen und natürlich Eis.

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Um 18.15 Uhr marschierten der Festverein und die beiden Patenvereine Wolfersdorf und Harrling mit Kreisbrandmeister Alexander Beier und Bürgermeister Hans Laumer unter Trauermusik der Schorndorfer Blechmuse hin zum Kriegerdenkmal zur Totenehrung.

Zwei beschriftete Tafeln mit den Namen der verstorbenen Mitglieder der letzten 25 Jahre befanden sich beidseits des Denkmales. Diakon Peintinger sprach einen Segen und verlas das Evangelium.

Verstorbenen Kameraden gedankt

„Wenn wir in diesen Tagen gemeinsam das 150. Gründungsfest unserer Wehr feiern, dann ist es nicht nur Anlass, sondern unsere Pflicht und Ehre, in Würde, Dankbarkeit und Ehrfurcht der Feuerwehr-Kameraden zu gedenken, die vor 150 Jahren die Zandter Wehr gegründet hatten“, so Festleiter Benjamin Blasini. „Wir wollen unserer verstorbener Kameraden danken für ihren Einsatz, für ihr Opfer, für ihren Mut und für all das Ungenannte, das sie für unseren Verein und für die Gemeinschaft geleistet haben.“ In Ehrung ihres Andenkens legte er im Namen der FF Zandt ein Kranzgebinde nieder. Anschließend segnete der Diakon die Fahnenbänder.

Um 18.45 Uhr holte der Festverein am Zollner-Parkplatz die Gastvereine ab und zogen miteinander mit Musik ins Festzelt ein. Festleiter Benjamin Blasini entbot allen seinen Willkommensgruß, dankte für's Kommen und die Partyband „Notausstieg“ sorgte anschließend den ganzen Abend über für tolle Stimmung. Dichtes Gedränge herrschte auch nebenan im Barzelt.