Hubert Aiwanger war Ehrengast
150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Zandt: Großer Festzug und ein rappelvolles Zelt

24.06.2024 | Stand 24.06.2024, 19:20 Uhr |
Maria Frisch

Festmutter Bettina Pöschl mit ihrem Gefolge beim großen Festzug in Zandt Fotos: Frisch Maria

Mit einem großen Festzug und in einem rappelvollen Festzelt ließ die Bevölkerung am Sonntag die FFW Zandt zu ihrem 150-jährigen Jubiläum hochleben. Ein Highlight war der Besuch des stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger (Freie Wähler) im Festzelt. Er reihte sich den gesamten Festzug über in die Ehrengäste ein.

„Das ist ein Geburtstag mit Seltenheitscharakter“, sagte Bürgermeister Hans-Jürgen Laumer. Besonders freute den Rathauschef die Stippvisite von Hubert Aiwanger. In den Willkommensgruß wurden der Landrat, die Mandatsträger, Bürgermeisterkollegen und überörtlichen Führungskräfte einbezogen. Laumer betonte, dass dieses Fest an diesem Ort nicht hätte stattfinden können, wenn nicht die Firma Zollner das Festgelände und die Parkplätze zur Verfügung gestellt hätte. „Manfred Zollner hat somit ein Heimspiel“, hieß der Bürgermeister den Seniorchef willkommen.

„Das hat Volksfestcharakter“

„Wow, das hat ja Volksfestcharakter“, dachte sich Laumer kurz vor und an den Festtagen, als er auf den Festplatz kam. „Unvorstellbar, wie viel Planungs- und Arbeitsstunden hineingeflossen sind“, zollte der Redner allerhöchsten Respekt. Auf die Gemeinde Zandt rolle ein geballter Festreigen zu. „Wir feiern nicht nur heuer 150 Jahre, sondern auch 2025 und 2026 aufgrund der Gründungsjubiläen der Patenvereine“, schwelgte er in Vorfreude.

Lesen Sie auch: 150-jähriges Bestehen: Tausende feierten mit der Feuerwehr Zandt ihr Jubiläum

Es sei etwas Besonderes, wenn drei Feuerwehren in einem Gemeindebereich so an einem Strang ziehen würden. Seit die Vorbereitungen zu dem Fest laufen, herrsche absoluter Gemeinschaftssinn. Ihn mache es als Bürgermeister stolz, wenn es zwischen den Feuerwehren so harmoniert. Dies prägte sogar die Wortkreation „Hazawo“ mit den Anfangsbuchstaben der Ortsteile. Im Dorf bemerkte man vor dem Fest eine enorme Bautätigkeit, um den Ort herauszuputzen.

„Das müssen vor 150 Jahren Leute mit Weitblick gewesen sein“, ist Laumer sicher. Das Zandter Dorf sei in dieser Zeit zweimal abgebrannt – einmal das untere und einmal das obere Dorf. Es fanden sich in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Leute, die das Erbe der Väter weitergetragen haben. Die Führungskräfte sind das eine, aber genauso unverzichtbar sind die Aktiven. Das Zandter FFW-Haus wäre ohne die Kameraden, die es mit Leben füllen, bedeutungslos.

Sich um den Nächsten kümmern



Als der Wirtschaftsminister selbst am Rednerpult stand, lobte er das enorme Besucheraufkommen. Wichtig sei gestern wie heute der Zusammenhalt. „Wir leben in verrückten Zeiten“, bestätigte der stellvertretende Ministerpräsident.

Man dürfe stolz sein auf die Vorfahren, die sich vor 150 Jahren dafür einsetzten, sich um die Nächsten zu kümmern. „Jetzt helfe ich ihm, ein anderes mal hilft er mir“, so die Devise. Nur so funktioniere die Gegenwart und die Zukunft – gerade in Zeiten, in denen die Gesellschaft immer mehr auseinanderzubrechen drohe.

Der Armut entflohen

Cham war vor Jahrzehnten ein relativ armer Landkreis und hat sich nach oben gearbeitet, unter anderem durch Unternehmer wie Zollner. Der ländliche Raum holte enorm auf. Die starke Wirtschaft ist nicht mehr nur in Großstädten, sondern auf dem Land angesiedelt. Aiwanger appellierte an alle, bei ihrer Familiengründung die Heimat als Standort nicht außer Acht zu lassen.

Das könnte Sie auch interessieren: Kötztinger Regisseur Thomas Stammberger setzt bei den Agnes-Bernauer-Festspielen neue Akzente

Es sei begrüßenswert, wenn die Kinder auf dem Land aufwachsen. Es gebe leider immer mehr Menschen, die behaupten, sie brauchen die Kirche nicht mehr. „Mit dem Christentum waren wir die letzten Jahrhunderte gut unterwegs“, so die Meinung des Ministers.

Ein spontaner Applaus erklang für die Bedienungen und die Festküche. Bei der Fahrt nach Zandt fielen Aiwanger die gepflegte Kulturlandschaft und die mit der Heuernte beschäftigten Bauern auf, die mit Stürmen, Borkenkäfer und Starkregen zunehmend Probleme haben. Sorgen bereiten den Landwirten und Mittelständlern auch die vielen Vorschriften, die zu einem erheblichen Teil vermeidbar wären.

Auch die Feuerwehren hatten in den letzten Wochen durch das Hochwasser schwere Einsätze. Er danke allen, die helfend unterwegs waren, einige Kameraden mussten dafür sogar ihr Leben lassen.

Auch interessant: Paukenschlag in Rimbach: Lichtenegger Bund muss die Mühlhiasl-Saison absagen

Die Uniform demonstriere, dass die Aktiven bereit seien, für die Gesellschaft einzutreten. Aiwangers Dank galt allen Ehrenamtlichen, bevor er den Bayerischen Defiliermarsch dirigierte und sich ins Goldene Buch der Gemeinde eintrug. Im Anschluss erfolgte die Aufstellung zum Festumzug. Am Spätnachmittag wurden die Erinnerungsbänder an die Fahnen geheftet.

kli