Modernste Technik
4,5 Millionen-Projekt: Großes Interesse beim Tag der offenen Tür bei der Rötzer Kläranlage

18.06.2024 | Stand 18.06.2024, 11:00 Uhr |

Mit einem Versuch führte Klärwärter Markus Bücherl die wichtigsten Schritte bei der Wasseraufbereitung vor. Foto: Julian Baier

Am Sonntagnachmittag war auf dem Gelände der neu sanierten Kläranlage am Pfaffenfurtweg einiges geboten. Der Tag der offenen Tür lockte bei sommerlichem Wetter zahlreiche interessierte Gäste auf das Gelände, die neben Kaffee und Kuchen auch jede Menge über die Funktionsweise der Kläranlage erfahren konnten.

Der Einblick begann um 14 Uhr und dauerte bis 17 Uhr. Neben Bürgermeister Stefan Spindler und den Klärwärtern Markus Bücherl und Marc Aschenbrenner waren auch die an der Sanierung beteiligten Firmen vor Ort. So begrüßte Spindler Wolfgang Baasch von der Firma Härtfelder IT und Siegfried Wagner von der Firma Bau Wagner. Sie waren zuständig für Baumeisterarbeiten, Technik und Planung.

Das größte Projekt

„Der Tag der offenen Tür ist eine gute Gelegenheit für die Bevölkerung, sich selbst ein Bild von den Sanierungsmaßnahmen zu machen“, erklärte Spindler bei der Begrüßung. Außerdem sei es wichtig, den Bürgern zu zeigen, wofür das aufgebrachte Geld verwendet wurde.

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Die Finanzierung lief nämlich zu 75 Prozent über Beiträge und zu 25 Prozent über Gebühren. Die Kläranlage war mit 4,5 Millionen Euro Kosten das größte und teuerste Projekt der Stadt Rötz in den letzten Jahren. „Wir haben uns darauf fokussiert, diesen Betrag einzuhalten, und das ist uns auch gelungen.“

Wo Wasser aufbereitet wird

Nach der Begrüßung ging es los mit den Führungen. Die beiden Klärwärter teilten die Besucher in kleine Gruppen ein und begannen die Funktionsweise der Kläranlage an verschiedenen Stationen zu erklären. Die Führung begann im Betriebsgebäude. Bücherl ging dort genauer auf den Prozess der Wasseraufbereitung ein. Daraufhin wurde der Gegenstromrechen im Rechenhaus besichtigt. Das Gerät holt grobe Verunreinigungen, wie Textilien, Hygieneartikel und Verpackungsmaterial aus dem Abwasser.

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Den nächsten Stopp legte die Gruppe beim „alten“ Regenüberlaufbecken ein, das zum Vorlagebecken umgebaut wurde. Dort wird das mechanisch gereinigte Abwasser zwischengespeichert, bevor es zur weiteren Reinigung abgepumpt wird. Nach der Besichtigung der beiden Reaktoren für die biologische Reinigung, die das Herzstück der Kläranlage sind, führte Bücherl mit einem Live-Experiment die wichtigsten Schritte der Wasseraufbereitung vor. An der Station zum Mikroskopieren konnten Besucher wichtige Bakterien für den Klärvorgang beobachten. Auch an die Zukunft wurde bei der Veranstaltung gedacht. Am Eingang der Kläranlage hing eine Tafel zum städtebaulichen Entwicklungskonzept. Unter den vier Kategorien Gesundheit, Mobilität, Gesellschaft und Arbeit konnten Besucher Punkte an Projekte vergeben, die sie als besonders wichtig erachteten und die ihrer Meinung nach mehr gefördert werden sollten.

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Zwischen den Führungen gab es Kaffee und Kuchen im für den Tag aufgebauten Zelt. In Zukunft werde man noch ein paar Sachen an der Kläranlage machen müssen, sagte der Bürgermeister. Ein kleineres Gebäude müsse noch saniert, und der Außenbereich etwas verschönert werden. Aber die Hauptsache ist laut Bürgermeister Spindler jetzt erst mal, dass die Kläranlage in Betrieb ist und funktioniert.