Pater ist nun auch der Pfarrer
Bischof Voderholzer führt Augustinus Kozdra in Neukirchenb.Hl.Blut als Seelsorger ein

06.10.2023 | Stand 06.10.2023, 5:00 Uhr

Bischof Rudolf führte Pfarrer Augustinus (rechts) in das Amt ein (links Thomas Winderl, Prodekan und Pfarrer in Bad Kötzting).

Exakt am Gedenktag des Hl. Franz von Assisi hat Bischof Rudolf Pater Augustinus Kozdra in den Dienst als Seelsorger für die Pfarrei Neukirchen b. Hl. Blut Mariä Geburt mit Expositur Rittsteig Sankt Anna gestellt.

Sämtliche Ministranten führten die Prozession der Würdenträger zum Portal der Pfarrkirche an. Dort begrüßte PGR-Sprecher Karl-Heinz Traurig im Namen der Pfarrgemeinde den Regensburger Oberhirten und verband damit den Dank für den neuen Pfarrer Augustinus, den Kirchenpfleger Michael Feigl willkommen hieß, im Versprechen auf gute Zusammenarbeit.

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Im voll besetzten Gotteshaus hatte sich die Pfarrgemeinde versammelt, die der Bischof dem künftigen Seelsorger am 3. Oktober im Rahmen eines festlichen Pontifikal-Gottesdienstes anvertraute. Vor dem Altar kniend sprach Augustinus das Gebet um Gottes Gnade für die Leitung der ihm anvertrauten Gemeinde. Prodekan Thomas Winderl freute sich über den Pastoralbesuch des Bischofs, der mit seinem Kommen seine Verbundenheit zu diesem wunderbaren Wallfahrtsort zum Ausdruck brachte.

In seinen einleitenden Worten spannte Bischof Rudolf den Bogen vom Tag der Deutschen Einheit mit Erinnerungen an den Fall des Eisernen Vorhangs, der auch für Neukirchen nachhaltige Folgen hatte, über den Katholikentag 2014, der die Region vom Rand in die Mitte Europas rückte, bis hin zum Sterbetag des Heiligen Franziskus, dem für die Erneuerung der Kirche wichtigen Heiligen.

Mitbrüder in der Herzmitte

In seiner Predigt durchleuchtete der Bischof jede Passage und setzte sie aktuell in Bezug zu Pfarrer Augustinus: Der betende Jesus ist wichtiges Vorbild auch für einen Priester. Es ist ein gutes Zeichen, dass in der Herzmitte der Pfarrei eine betende Gemeinschaft seiner Mitbrüder vorhanden ist – und dieses Gebet die Gläubigen in Neukirchen teilhaben lässt. Auch Jesus, der Überzeugendste aller Prediger, der in vollkommener Klarheit verkündete, musste Misserfolge ertragen. „Machen Sie ihre Verkündigung nicht unbedingt vom großen Erfolg abhängig, sondern vom Vorhaben, Ihrem Herrn und dem Evangelium treu zu sein“ – denn der Pfarrer sei nicht da, um nur Beifall zu ernten.

„Sie kennen den neuen Pfarrer schon“, wandte sich der Bischof an die Gläubigen. „Jetzt ist er nicht mehr nur Pater Augustinus, sondern Ihr neuer Pfarrer!“ Dazu noch ein „sehr gebildeter – ein Doktor der Philosophie. Wir freuen uns, dass er den Auftrag und die Bitte angenommen hat, jetzt auch hier in Neukirchen die Pfarrstelle zu übernehmen und die Nachfolge von Monsignore Englmeier zu übernehmen. Keine leichte Aufgabe, doch mit Unterstützung und offenen Herzen wird er es schaffen!“ Die Lesung rief ein wichtiges Element aus dem Leben des Franz von Assisi in Erinnerung: „Die Zeichen der Stigmatisierung sind kein Privileg, sondern etwas, das zur Sichtbarmachung der Existenz von Jesus gehört.“

Vorbild Franz von Assisi

„Nehmen Sie sich ein Beispiel an Franz von Assisi – so arm und von vielen Krankheiten gezeichnet, ist er doch immer ein froher und liebenswerter Mensch geblieben, der vielen einen Weg zu Christus geebnet sowie Inspiration und neue Freude im Glauben und Leidenschaft in der Nachfolge an Jesus vermittelt hat. Ich wünsche Ihnen Freude am Glauben und die Herzlichkeit, die Franziskus von Gott geschenkt bekommen hat. Heiliger Franz, bitte für uns!“ Zur eigentlichen Amtseinführung wandte sich Bischof Rudolf an den künftigen Hirten der Pfarrei Neukirchen b. Hl. Blut, der in Anlehnung an sein Weiheversprechen das ihm übertragene Amt mit Gottes Hilfe ausüben will. Diese Aussage unterstrich der Heilig-Geist-Hymnus „Veni Creator Spitus“. Im Anschluss daran folgte die Ausdeutung des Amtes durch die Hinführung zu den liturgischen Funktionsorten wie dem Priestersitz, dem Ambo und zum Altar als Quelle und Höhepunkt allen kirchlichen Tuns. Nach der Communio-Bezeigung vor dem Volksaltar gab Bischof Rudolf dem neuen Pfarrer den Friedensgruß, dem sich die Mitbrüder im Dekanat, Priester und Vertreter der Pfarrgemeinde anschlossen. Auch Michael Rummel, Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Furth im Wald, reichte seinem Amtsbruder die Hand und bat um ein brüderliches Verhältnis in ökumenischer Verbindung. Beide Pfarrseelsorger bekundeten ihre Bereitschaft zu gegenseitiger Zusammenarbeit, die ein überreichtes Kreuz symbolisieren sollte.

kbr