Sammelleidenschaft
Der Hüter der Pünktlichkeit: Josef Weihrauch aus Gleißenberg besitzt 1800 Wecker

24.02.2024 | Stand 24.02.2024, 19:00 Uhr

Ein großer Teil der Sammlung von Josef Weihrauch steht, feinsäuberlich in Regalen aufgereiht, in einem eigens eingerichteten Kellerraum. Foto: Kurt Wollny

Im Ort kennt ihn ein jeder, den Josef Weihrauch. Viele wissen auch, welchen Hobbys und Sammelleidenschaften der gebürtige Gleißenberger nachgeht.

Eines dieser Hobbys ist mit Sicherheit die Malerei, der er sich seit einigen Jahren widmet. Es gab bereits eine Ausstellung seiner Bilder im Arnschwanger „Radlcafe“. In den früheren Jahren jedoch hatte er eine Sammlung von Radiogeräten angelegt, die ihm aber dann doch zu umfangreich wurde, und die er dann aus Platzgründen auch wieder abgab.

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Als Josef Weihrauch vor etwa 30 Jahren von Bekannten zwei alte Wecker geschenkt bekommen hat, ahnte er noch nicht, dass sich daraus eine große Leidenschaft entwickeln würde. Seither setzte er seine Suche nach noch mehr von diesen Zeitmessern unbeirrt weiter fort. Immer wieder bekam er auch welche von Freunden und Bekannten, die von seinem Hobby wussten, angeboten.

Viele Schätze aus Ungarn

Sehr viele weitere Exemplare fand Josef Weihrauch auf Flohmärkten, insbesondere auf den großen Märkten in seinem Lieblingsreiseland Ungarn. Hier hat sich das Ehepaar Weihrauch vor über 20 Jahren in Gyekenyes, einem Ort südlich vom Plattensee ein Ferienhaus gekauft, das inzwischen der Tochter gehört.

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Dort konnte Josef Weihrauch, der neben der deutschen auch die ungarische Staatsangehörigkeit besitzt, unter vielen anderen dieser Uhren, auch einige besondere, alte und wertvolle Exponate für seine Sammlung finden.

Mit einem Bild des letzen Zaren

Darunter befindet sich etwa ein Wecker aus Russland mit dem Bild des letzten Zaren Nikolaus II. und seiner Gemahlin, der sicher aus der Zeitenwende des 18. auf das 19. Jahrhundert stammt. Ein weiteres Exemplar, auch aus dieser Zeitepoche, zeigt das Bild des ebenfalls letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. Auf inzwischen etwa 1800 Exponate ist seine Sammlung mittlerweile angewachsen. Einige der Wecker befinden sich in Vitrinen in Weihrauchs Wohnung, der größte Teil in Regalen im Keller. Die Wecker stammen aus vielen Ländern der Welt. Unter dieser Vielzahl kann man, neben Weckern aus Deutschland, weitere schöne und interessante Exemplare, unter anderem aus China, Ungarn, Russland, der Mongolei, England und Tschechien entdecken.

Alle Uhren funktionieren

Trotz der Vielzahl befinden sich in der Sammlung keine doppelten Exemplare. Und alle sind betriebsbereit, denn Josef Weihrauch prüft jeden seiner neu erworbenen Wecker auf dessen Funktion. Dabei kann es schon einmal vorkommen, dass manchmal auch außerhalb der Zeit, seine Wecker anfangen, sich bemerkbar zu machen. Jedes Stück in seiner großen Sammlung, vom kleinen Reisewecker über die Musikwecker bis hin zu den großen Exemplaren, sind ausschließlich manueller Art.

Früher hatte der Sammler defekte Wecker, die er bekommen hatte, noch selbst repariert, heute überlässt er diese Arbeit anderen. Überhaupt lässt es der inzwischen 82-Jährige mit allem etwas ruhiger angehen, denn das Gehen fällt ihm immer schwerer. Früher war der gelernte Maurer und spätere Schweißer im Schützenverein sowie der FFW sehr aktiv unterwegs und bis zum Tod seiner ersten Frau auch noch Mesner in seiner Ortskirche. Selbst seine beliebten Reisen nach Ungarn mit dem Besuch der dortigen Thermen, die sich etwa 30 Kilometer im Umkreis des Ferienhauses befinden, werden weniger.

Obwohl Josef Weihrauch mit seiner Hobbymalerei und der Sammelleidenschaft doch zeitlich ausgelastet zu sein scheint, wäre doch noch eines zu erwähnen. Er war auch im Jahre 1989 der Verfasser von „Der Erbprinz von Gleißenberg“, einer Geschichte über den Anfang und das Ende eines „Außenseiters“. Bei dieser Geschichte handelte es sich um Josef Dobmeier, genannt „Husäferl“, der nach der Legende im Kleinanwesen „Huh Nr. 50“ gelebt hatte, und die um das Jahr 1880 stattgefunden haben sollte. Die Unterlagen dazu hatte Josef Weihrauch aus den Pfarrarchiven von Gleißenberg, Regensburg, Furth im Wald und Amberg sowie von Michael Gruber sen. aus Gleißenberg zusammengetragen. Trotz allem nimmt sich Josef Weihrauch die Zeit zu Entspannung und ist – zusammen mit seiner jetzigen Partnerin – mit seinem Leben zufrieden.

fkw