Appell des Bürgermeisters
Dorfladen in Treffelstein in Schieflage: zu wenige Kunden beim „Nahversorger“

08.12.2023 | Stand 08.12.2023, 19:30 Uhr

Der Dorfladen braucht mehr Kunden, um zu überleben. Foto: Christa Bucher

Vor einem Jahr haben die Treffelsteiner ihren Nahversorger eröffnet. Jetzt zeigt sich: Es kommen zu wenige Kunden. Setzt sich der Trend fort, könnte das das Aus für den Dorfladen bedeuten. Von der anfänglichen Euphorie sei nicht mehr viel zu spüren, bedauert die Ladenleiterin Sabine Schneider. Auf den Punkt gebracht, heißt das: „Es kommen einfach zu wenig Kunden.“

Zwar gebe es treue – vor allem ältere – Stammkunden. Hauptsächlich würden aber die „Hab-ich-vergessen-Produkte“ eingekauft. Das reiche allerdings nicht aus. „So können wir uns nicht über Wasser halten.“ Dabei sei der Laden mit der Intention gegründet worden, den Senioren und denjenigen, die nicht mobil sind, eine Einkaufsmöglichkeit vor Ort zu erhalten, nachdem Edeka Babl geschlossen hatte.

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Dabei könne man sich im Dorfladen mit Waren des täglichen Bedarfs eindecken. Dazu gibt es ausgewählte Bio-Produkte, Obst, Gemüse und Erzeugnisse regionaler Anbieter. Auf Anregung von Kunden seien dem Sortiment im Laufe der Zeit schon einzelne Produkte hinzugefügt worden. Alles anbieten zu können, sei aber schlicht und ergreifend nicht machbar.

Denn: Dass im Dorfladen nicht der wöchentliche Großeinkauf erledigt werde, sei von Anfang an klar gewesen. Aber vom kalkulierten Umsatz sei man trotzdem weit entfernt. Denn um wirtschaftlich zu sein, müsste jeder Bürger im Gemeindegebiet pro Woche für fünf Euro einkaufen.

Dass die Preise nicht mit denen in Supermärkten und Discountern mithalten können, müsse jedem klar sein. Dafür kann der Dorfladen mit einem anderen Trumpf aufwarten: der Möglichkeit, rund um die Uhr einzukaufen – dank Chipsystem und Selbstbedienungskasse. Aber all das werde in der Bevölkerung nicht wirklich wahrgenommen.

„Wir erleben leider gerade eine bedrückende Situation um den Dorfladen. Der Dorfladen war mit so viel Ehrgeiz und Euphorie in wirklich schwierigen Zeiten gestartet und hat eine sehr starke Rückmeldung aus einer breiten Schicht der Bevölkerung erhalten. Getragen von weit mehr Zeichnern als erwartet konnte der Dorfladen durchstarten“, sagt Bürgermeister Helmut Heumann. Zu resignieren sei aber keine Option.

Vielmehr brauche es wieder den Spirit und den Ehrgeiz, gemeinsam um eine positive Ausrichtung des Dorfladens zu kämpfen und die Mission Dorfladen wieder in die richtige Spur zu bringen. Natürlich sieht der Bürgermeister nicht nur den momentanen Zustand. Hier geht es auch um die Verwirklichung des neuen Dorfladens in der Hauptstraße 1 mit all seinen Projekten für ein echtes Dorfzentrum.

Der Bürgermeister unterstützt jede Initiative, die zum Einkaufen in Treffelstein im Dorfladen motiviert. Spontan hat er eine Verlosung für Vieleinkäufer ins Leben gerufen.

Heumann appelliert nicht nur an die Dorfladenmitglieder, sondern an alle Treffelsteiner Mitbürger: „Sie tragen mit jedem Einkauf zu einer Verbesserung der Lebenssituation unserer älteren Bürger bei. Also zeigen wir wieder den Gemeinschaftssinn, der Treffelstein schon so oft geholfen hat.

wbf