Zwei Jungstörche sind flügge
Ein dramatisches Storchenjahr in Miltach nimmt einen glimpflichen Ausgang

12.07.2023 | Stand 14.09.2023, 21:26 Uhr

Nun kann der im Horst überlebende Jungstorch mit Sissi und Franz für seine Futtersuche bereits selbst abheben. Foto: Marion Gödde

Miltach Die erfreulichste Meldung für die Storchenfreunde ist, dass trotz aller Dramatik und Attacken, die sich in diesem Jahr im und um den Bäckerhorst abspielten, zumindest zwei Jungstörche flügge wurden.

Seit dem Wochenende ist zu beobachten, dass der im Horst überlebende Jungstorch alle Attacken der beiden Fremdstörche überstanden hat und nun zu seinen ersten Erkundungsflügen um Miltach aufsteigt.

Zweites Küken fliegt auch

Auch das zuletzt geschlüpfte Küken, das Storchendame Sissi am 2. Juni aus dem Horst geworfen hatte und das mittels einer Drehleiter unverletzt gerettet werden konnte, hat sich in der Vogel- und Umweltstation in Regenstauf prächtig entwickelt. Beide werden wohl im Spätsommer zu ihren Erstflügen in die südlichen Regionen abheben.

Dass beim Ausbrüten der Eier und Aufziehen der Küken unter den Störchen immer wieder Rückschläge zu verzeichnen sind, ist von der Natur vorgegeben. Aber was sich in diesem Jahr um den Miltacher Horst abspielte, ist fast unglaublich.

Ein Storchenpaar mit den Beringungsnummern AH470 (männlich) und AW102 (weiblich), das bereits 2015 in Miltach zwei Küken aufzogen hatte und im darauffolgenden Jahr in Cham brütete, griff mit mehreren Sturzflügen den Bäckerhorst an und tötete einen der Jungstörche sofort.

Aggressive Attacken

Später musste ein zweiter Jungstorch eingeschläfert werden, da einer seiner Flügel gebrochen war und es somit für ihn kein Überleben gab. Später versuchten die aggressiven Störche, auch den letzten Jungstorch aus dem Horst zu werfen. Nur war dieser bereits kräftig genug um sich mit Schnabelhieben zu verteidigen.

Diese aggressiven Attacken um einen Horst werden wohl in den nächsten Jahren zunehmen. Bedingt durch den Klimawandel bleiben immer mehr Störche in den heimischen Regionen. In den früheren Jahren überstanden viele Störche die strapaziösen Hin- und Rückflüge nicht. Es überleben immer mehr Störche den Winter und sind so intensiv auf der Suche nach einem geeigneten Horst, um zu brüten. Die bisherige Anzahl der Storchenhorste in den Gemeinden und Städten werde in der nächsten Zeit kaum zunehmen, so könnte es immer häufiger zu Kämpfen um einen Horst kommen.

cpj