Marktrat in Lam
Glasfaserausbau geht in Winterpause – Gemeindewerke könnten Strompreise anpassen

29.11.2023 | Stand 29.11.2023, 21:00 Uhr

Die Fürstenzeche – hier eine Aufnahme mit den Landfrauen aus 2012 – wird aller Voraussicht nach im Frühjahr 2024 wiedereröffnet. Foto: Maria Frisch

Wie Bürgermeister Paul Roßberger bei der Marktratssitzung am Montag berichtete, ist die Firma Rädlinger mit dem Glasfaserausbau in Lam ein Jahr im Rückstand. Der bisherige Subunternehmer Citrus aus Litauen breche Ende der Woche die Zelte ab. Die Firma Rädlinger setze die Arbeiten im Frühjahr mit regionalen Subunternehmern fort.

Das Wichtigste war vor der Winterpause, dass die Hauptleitung, die sogenannte „Backbone“, noch fertiggestellt wurde. Ein Lückenschluss war noch bei der Einmündung der Lohberger Straße in die Arberstraße, in Engelshütt und Buchetbühl notwendig. „Ab Frühjahr soll ordentlich Gas gegeben werden“, so Paul Roßberger. Realistisch sei, dass die Bürger erst 2025 über aktive Anschlüsse verfügen können. „Die Fertigstellung wird sich um ein Jahr verschieben.“

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Strompreise wieder geringer

Die Genehmigung der Niederschrift über die öffentliche Gemeinderatssitzung vom 23.10. erfolgte einstimmig. Der Bürgermeister berichtete, dass die Kandidaten für ein Pachtverhältnis in Sachen Fürstenzeche am 4. November vorstellig wurden. „Die Vorbereitungen laufen und wir hoffen, dass wir im Frühjahr das Besucherbergwerk öffnen können“, so der Rathauschef. Da die Strompreise wieder rückläufig sind, ohne jedoch an das Niveau vor der Krise heranzureichen, können auch die Gemeindewerke eine Anpassung vornehmen.

Paul Roßberger informierte auch kurz über die Besprechung in Sachen „Beyond snow“ in Bodenmais. Das Projekt ziele darauf ab, die sozio-ökologische Klimaresilienz von kleinen Schneetourismusdestinationen und -gemeinden in mittleren Höhenlagen zu erhöhen, damit sie ihre Attraktivität für Einwohner und Touristen bewahren können. Im Rahmen des Projekts werden neue nachhaltige Entwicklungspfade, Übergangsprozesse und umsetzbare Lösungen in spezifischen Pilotarbeitsgebieten, die über sechs Alpenländer verteilt sind, gemeinsam ausgearbeitet.

Das neue Ratsinformationssystem sei bereits online gestellt. Die Volksvertreter werden vor der Jahresabschlusssitzung am 18. Dezember um 18 Uhr über Besonderheiten geschult. Jeder der Gemeinderäte erhalten einen entsprechenden Zugang zu den digitalen Unterlagen. Zum 1. Januar 2024 übernehmen die Gemeindewerke die Straßenbeleuchtung in der Altgemeinde Engelshütt. „Somit ist bei der Straßenbeleuchtung alles in einer Hand“, berichtete Roßberger.

Der Gemeinderat stimmte der Fortsetzung der Beteiligung an der Image- und Marketingoffensive Bayerischer Wald mit der Neuberechnung ab 2024 zu. In die Tagesordnung aufgenommen wurde noch die Vereinbarung über die touristische Zusammenarbeit im Lamer Winkel. Gemäß dem Wunsch der Touristiker werde das Budget für Anzeigenwerbung von aktuell 90000 auf 99000 Euro erhöht, 60000 Euro stecke man, wie bisher, in die Anzeigenwerbung und 9000 Euro zusätzlich in Social Media-Werbung. „Es ist gut angelegtes Geld“, sagte Paul Roßberger. Die Räte waren mit der Aktualisierung der Vereinbarung einverstanden.

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Kommunale Schlüsselrolle

Zur Umsetzung der Energiewende auf regionaler und lokaler Ebene kommt den Kommunen eine wesentliche Schlüsselrolle zu. Sie sollen die Vorgaben der Bundesregierung konkret umsetzen und den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden und die Wertschöpfung in den Kommunen zu halten, bietet es sich an, mit Hilfe eines gemeinsamen, rein kommunalen Unternehmens der Gemeinden und des Landkreises die Energieerzeugung und -versorgung bzw. -vermarktung vor Ort selbst in die Hand zu nehmen.

Der Marktrat befürwortete bei der Sitzung am Montag mit einer Gegenstimme die Beteiligung am Regionalwerk Landkreis Cham gKU zur Betätigung im Bereich der Stromerzeugung und -versorgung aus erneuerbaren Energien. Den Markträten war der Konsortial- und der Gesellschaftervertrag bereits im Vorfeld zugegangen.

Das Gremium stimmte der Beteiligung am Regionalwerk im Landkreis Cham mit einer jährlichen Anschubfinanzierung in Höhe von drei Euro pro Einwohner auf Grundlage der Einwohnerzahl vom 30. Juni 2023 zu. Der kommunale Vertreter und die Verwaltung des Marktes Lam wurden ermächtigt, zur Anschubfinanzierung des Regionalwerks Landkreis Cham jährlich über sieben Jahre 8133 Euro in das gemeinsame Kommunalunternehmen einzuzahlen.

Des Weiteren erhielten sie den Auftrag, die Satzung sowie den Konsortialvertrag des Regionalwerks Landkreis Cham gKU abzuschließen und alle sonstigen für den Beitritt erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen und umzusetzen.

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