Straßen gesperrt
Nach Hochwasser-Alarm an Weihnachten: Pegel im Landkreis Cham sinken

25.12.2023 | Stand 25.12.2023, 16:00 Uhr |

Land unter im Regental – hier zwischen Wetterfeld und Pösing Foto: Josef Kerscher

Hochwasser statt weißer Weihnacht: In Cham ist am Sonntagvormittag (Heilig Abend) die höchste Hochwassermeldestufe 4 erreicht worden. Die Stadt war gewappnet, über größere Schäden ist bislang nichts bekannt. Nun können Anwohner und Einsatzkräfte aufatmen: Die Pegel sinken – auch in Roding.



Die Pegel des Flusses Regen sind am Wochenende stark gestiegen. In Cham (Biertor, Altenstadt, Michelsdorf, Untertraubenbach) sind einige Straße gesperrt. Zudem sind die Parkplätze an der Florian-Geyer-Brücke und in Stadellohe in Cham überflutet. Auch die Staatsstraße 2040 zwischen Wetterfeld und Pösing ist seit Samstag nicht mehr passierbar. Diese Verbindung ist immer eine der ersten, die überflutet wird. In Roding ist der Bereich am Esper gesperrt.

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Feuerwehr und THW befüllten Sandsäcke



Der Pegel am Regen in Cham hat am Sonntag um 9 Uhr mit 2,34 Metern den vorläufigen Höchstsand – und damit Meldestufe 4 – erreicht. Die im Vorfeld prognostizierten 2,50 Meter wurden glücklicherweise nicht gerissen. Die Einsatzkräfte waren vorbereitet. An der Feuerwache Cham und vereinzelt auch an anderen Standorten haben die Aktiven von Feuerwehr und THW seit Samstagvormittag tausende Sandsäcke befüllt und ausgefahren.

Erleichterung in der Kreisstadt: Wie Chams Bürgermeister Martin Stoiber am Sonntagmittag auf Facebook bekannt gab, sei man sehr gut vorbereitet gewesen und habe „Witterungsglück“ gehabt. Sein Dank galt der Blaulichtfamilie für ihren Einsatz. Über größere Schäden ist aktuell noch nichts bekannt.

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Weiterhin gilt, Fahrzeuge aus den betroffenen Gebieten zu entfernen – sowohl in Cham als auch im Raum Roding. Feuerwehr und Gemeinde appellieren an die Autofahrer, die Straßensperren zu befolgen und niemals geflutete Straßen zu befahren.

Parallel zum Hochwasser beschäftigte die Einsatzkräfte der starke Wind und der Dauerregen. Im gesamten Landkreis rücken regelmäßig Feuerwehren zu umgestürzten Bäumen oder überfluteten Kellern aus. Die Lage war laut Kreisfeuerwehrverband im gesamten Landkreis jedoch unter Kontrolle. Die Hochwasserlage scheint sich zu entspannen, informierte Kreisbrandrat Michael Stahl am Sonntagmittag. In Cham sei der Scheitel durch. Laut Stahl ist man mit einem blauen Auge davongekommen.

Meldestufe 2 in Roding erreicht



Auch die Stadt Roding habe Vorkehrungen getroffen und Anwohner informiert, wie Bürgermeisterin Alexandra Riedl auf Anfrage berichtet. Bauhof und Stadt seien im Einsatz und beobachten den weiteren Verlauf, um gegebenenfalls weitere Schritte einleiten zu können, so Riedl. Die neue Geh- und Radwegbrücke über den Regen bei Mitterdorf musste ebenso gesperrt werden wie der Esper.

Am Samstagabend haben dann Feuerwehrleute bei einer Baufirma sicherheitshalber Sandsäcke befüllt und verteilt. Mit 3,39 Meter wurde am Sonntagabend in Roding der Höchststand erreicht – Meldestufe 3 wurde knapp nicht gerissen. Auch im weiteren Verlauf des Regens in Walderbach und Reichenbach entspannt sich die Lage.

BRK sorgt für Verpflegung an Einsatzstelle



Die Regenfluten und die drohende Meldestufe 4 haben am Samstag auch das Rote Kreuz auf den Plan gerufen. Laut eigenen Angaben alarmierte Katastrophenschutzleiter Tobias Muhr am späten Vormittag die Einsatzstellenverpflegung des BRK. Ehrenamtliche Kräfte stellten über mehrere Stunden hinweg in der Fahrzeughalle der Feuerwehr Cham in der Further Straße die Versorgung der Feuerwehrleute sicher, die Sandsäcke im Akkord befüllten und in den betroffenen Stadtvierteln für die Sicherheit der Anwohner sorgten.

Und weiter heißt es von Seiten des BRK: „Das Team von Michael Hilpl, Leiter des Betreuungsdiensts, gab bis zum Nachmittag Wurstsemmeln sowie Heiß- und Kaltgetränke an die Feuerwehrler aus. Als die Aktiven ihre Arbeit verrichtet hatten, erklärte Muhr den Einsatz vorerst für beendet.“ Der Aufbau bleibe allerdings bestehen. Man sei für die Nacht gewappnet. Wie Muhr betonte, spielten alle Ereignisse „stets vor der Lage“. Es habe zu keiner Zeit Gefahr gedroht.