Schulbank mit Chefsessel getauscht
„Ideen machen Schule“: Bei der Juniorstaffel gingen alle fünf Preise an das RSG Cham

15.06.2024 | Stand 15.06.2024, 15:00 Uhr |

Sie stehen ganz oben: die Siegerinnen der Juniorstaffel vom Team LSA auf der Bühne, mit dabei sind Brigitte Urlberger von der Stiftung (3.v. re.), Hausherr Thomas Boxleitner (re.) sowie die weiteren Jurymitglieder und Ehrengäste. Fotos: Ferdinand Schönberger

Zwei Zitate am Anfang und gegen Ende der regionalen Abschlussveranstaltung des Wettbewerbs „Ideen machen Schule“ am Donnerstagnachmittag im Sparkassensaal griffen das Anliegen zielgenau auf.

Thomas Boxleitner, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse im Landkreis Cham, eröffnete seine Begrüßung mit Albert Einsteins Ausspruch „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft“. Und das letzte Team schloss seine Präsentation mit den Worten des Amazon-Gründers Jeff Bezon: „Es ist kein Experiment, wenn du weißt, dass es funktioniert.“

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Am Planspiel der Hans Lindner Stiftung 2023/24, einem Schülerwettbewerb für „Gründer von morgen“, hatten im ostbayerischen Raum knapp 1050 Schüler, verteilt auf 265 Teams, ihre kreativen Ideen eingereicht. In der Spielregion Cham/Schwandorf beteiligten sich 112 Schüler in elf Juniorteams (8./9. Jahrgangsstufe) und 20 Seniorteams (ab 10. Jahrgangsstufe).

Für dieses Gründungsspiel mussten die Teilnehmer im Zeitraum von Oktober 2023 bis Anfang März 2024 die Geschäftsidee eines fiktiven Unternehmens, dessen Produkt- und Dienstleistungen, die Markt- und Wettbewerbsanalysen, den Finanzplan sowie Werbung und Vertrieb möglichst realistisch in einem Konzept darstellen, das auch auf die Chancen und Risiken verwies. Dabei konnten sie wertvolle Informationen und Tipps bei regionalen Experten einholen.

100 Juroren im Einsatz

Etwa 100 Juroren bewerteten die Projekte und stellten ein Ranking auf. Danach hatten nun in der Regionalentscheidung die jeweils drei besten Teams der Junior- und Seniorstaffel die Möglichkeit, ihre Geschäftsideen zu präsentieren und um den Sieg zu konkurrieren.

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Boxleitner begrüßte vor allem die Schüler der beteiligten Schulen mit den Schulleitungen und Betreuungslehrkräften, Stadtrat Günther Lommer in Vertretung für Bürgermeister Martin Stoiber und kurzfristig auch für Landrat Franz Löffler sowie Brigitte Urlberger von der Stiftung. Diese Veranstaltung werde bewusst bei der Sparkasse abgehalten, die innovativen Ideen aufgeschlossen gegenüberstehe und zusammen mit jener aus Schwandorf die Prämien für die Siegerteams sponsere, so Lommer. Er verwies in seinem Grußwort auf die Bedeutung solcher Projekte, die begeistern würden: „Was man in der Praxis erwirbt, das bleibt.“ Die Vielfalt des Unternehmertums könne man nicht früh genug erwerben. „Wir warten auf euch!“ rief Lommer den Schülern zu.

Anschließend übergab Urlberger Zertifikate für die Bewerbungsunterlagen sowie kleine Geschenke an die teilnehmenden Gruppen und stellte die Jury vor: Ihr gehörten neben Boxleitner noch Michael Gmach von den Holzwerken Gmach Pösing, Susanne Müller von der Firma Müller Präzision Cham, Claudia Potter von der TH Deggendorf, Marina Schmid vom Landratsamt und Nina Weidner vom Campus Cham an. Sie bewerteten den Inhalt, die Vortragssicherheit sowie die Anschaulichkeit und den Medieneinsatz bei der Präsentation und gaben ein Feedback..

Bei der Juniorstaffel gingen alle fünf Preise an das Robert-Schuman-Gymnasium Cham. Laut Ranking errang das Team Robert-Schuman-Group den 5.und Erfinder vom RSG den 4.Platz (je 75 Euro). Platz drei (100 Euro) belegte mit seiner Präsentation das Team JeJ-Tec, das eine App für Schüler entwickelte, bei der die besten Eigenschaften aus Social Media und Lernen kombiniert sind.

Es gibt für jede Jahrgangsstufe und zu verschiedenen Themen Inhalte wie Vokabeltrainer, Quiz und Nachhilfeangebot. Auf Platz zwei (130 Euro) kam Recoffee. Dabei werden aus kostenlos von Cafés der Region abgegebenem Kaffeesatz vielmals wiederverwendbare Mitnehmboxen für die Gastronomie hergestellt, die auch im Tauschprinzip gehandelt werden können.

Sieger wurde das Team LLSA (150 Euro) mit Lilli, Linda, Sophia und Amanda, das eine SOS-App zur Digitalisierung von wichtigen medizinischen Informationen über den Patienten entwarf. Der Hausarzt kann diese auf einen QR-Code speichern, der im Geldbeutel neben dem Ausweis und an der Innenseite der Haustüre angebracht wird und den Ersthelfer mit ihrem Diensthandy scannen können.

Bei der Seniorstaffel wurden Prämien in derselben Höhe vergeben. Hier erreichte nach Ranking TeamUNO den 5. und Kasoka den 4. Platz, beide vom Ortenburg-Gymnasium Oberviechtach (OGO).

3. Sieger aufgrund der Präsentation wurde Moosbach (und Muschenried), ebenfalls vom OGO. Sie bauten eine handelsübliche Kehrmaschine zu einem Aufsatz für Fahrräder um, der gekauft oder gemietet werden kann und umweltfreundlich das Straßenkehren mit sportlicher Aktivität verbindet.

Die Stiftler GmbH von der Fach- und Berufsoberschule Cham pries mit ihrem versierten Verkäufer Pascal einen 2-in-1-Stift an und wurde Zweiter. Damit kann sowohl auf einem digitalen Endgerät als auch auf normalem Papier geschrieben werden, und zudem gibt es Aufsätze wie Laserpointer, Radiergummi, Flaschenöffner oder Fingernagelfeile.

Den Sieg holte sich das Team Marvel (Marie, Verena, Elena) mit dem Produkt des Sicherheitsarmbandes SVB, das mittels GPS-Technik den Standort des Trägers in Echtzeit an ausgewählte Personen mitteilt und im Notfall einen Alarm aktiviert und/oder per integrierter App einen Notruf absetzt.

Finale in Mariakirchen

Alle Sieger der sieben Regionalentscheide und die nach Ranking ermittelten besten Zweitplatzierten werden zum großen Finale am 3. Juli auf Schloss Mariakirchen eingeladen. Dort treten die besten vier Regionalsieger jeder Staffel in einer weiteren Präsentation gegeneinander an und können Preisgelder bis zu 500 Euro gewinnen. Die beiden Siegerteams dürfen außerdem ein Wochenende im Lindner-Ferienhaus Sudelfeld verbringen. Insgesamt stellt die Stiftung für die 20 erfolgreichsten Teams einen Prämientopf von 5500 Euro zur Verfügung: „Für uns eine gute Investition in die Zukunft“, so Urlberger dazu.