Musical in Roding
In der Glitzerwelt des Musicals: Fulminante Show des Tanz-Clubs Rot-Weiß Rodingia

03.03.2024 | Stand 03.03.2024, 18:22 Uhr
Ferdinand Schönberger

Tanz der Vier- bis Zehnjährigen (Kindergruppe I) zu „Die Eiskönigin“ Foto: Schönberger

Wenn fast eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung die Stadthalle nahezu gefüllt ist, dann weiß man: Es ist Showtime by Rodingia. Nach dem Erfolg im November gab es am Samstagabend eine gelungene Wiederholung der Musical-Gala mit teilweise neuen Programmteilen.

Der Tanz-Club Rot-Weiß Rodingia wurde 1990 gegründet und bereichert seitdem das kulturelle Leben der Stadt. Präsidentin Hannelore Bergfeld begrüßte im übervollen Festsaal die vielen Fans, Freunde und Familien der teilnehmenden Kinder sowie den seit Jahrzehnten zum Verein gehörenden Alleinunterhalter Luggi.

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Ihr Dank galt der Tanztrainerin Julia Mauerer, der die große Kinderabordnung, die Einstudierung der Choreographien und die Musikauswahl zu verdanken sei, allen Helfern vor und hinter der Bühne und dem Moderator des Abends, Kaplan Bastian Neumann. Dieser gab gekonnt als Verrückter Hutmacher aus Alice im Wunderland seine Kurzinformationen zum Abend für die ganze Familie, sodass Bergfeld beschloss: „Er wird adoptiert, damit er dableiben muss.“

Spaß auf und vor der Bühne

Über die Bühne wirbelten dann etwa 50 Kinder und Jugendliche, 20 Musicaldarsteller, zehn Familien-Dancer und zwei Einrad-Künstler. Sie gehörten zu der von Julia Mauerer trainierten Kindergruppe I in blauen Tutus und Krönchen im Haar oder im wasserfarbenen Grün, der ebenfalls aus Vier- bis Zehnjährigen bestehenden Kindergruppe II in lila Tüllröckchen, der Jugendgruppe (10 bis 15 Jahre) und der Show- und Musicalgruppe. Hinzu kam die Rock’n’Roll-Gruppe mit Trainerin Katja Hofinger. Ihnen allen merkte man an, dass sie genauso viel Spaß wie das Publikum hatten, das fleißig und kräftig applaudierte. Die Darbietungen mit Ausschnitten aus (Film-)Musicals mussten vor Profis nicht zurückstehen und bestätigten den Spruch der US-Tänzerin Martha Graham auf der Vereinshomepage: „Tanz ist die verborgene Sprache der Seele“.

Glitzer, Tanz und Gesang

Dass Musicals Gesamtkunstwerke mit vielen kreativen Elementen sind, wurde nicht nur durch die bezaubernden, oft glitzerenden Kostüme bewiesen, sondern auch durch die Musik und den Gesang (mit synchronen Mundbewegungen oder auch mal live von Julia), die variantenreichen Tanzfiguren und Schrittpassagen sowie durch Gestik, Mimik und schauspielerisches Können.

Im Disney-Block tanzten die Kleinen zu Rapunzel (Endlich sehe ich das Licht), zu Arielle (Unter dem Meer) und zur Eiskönigin, die Jugendgruppe bei einem Medley aus dem Film High School Musical. Aus den 1970er Jahren stammten die drei Songs der Musicals Grease, aus den 80ern die Filmmusiken Footloose, Hairspray und Dirty Dancing. Neueren Datums waren die fünf ABBA-Songs aus „Mamma mia“ (mit drei Darstellerinnen im Silber-Look) und ein Medley aus The Greatest Showman (Come Alive) über den Zirkuspionier Barnum. Mit visuell phantasievollen Gewändern und Bewegungen wartete die TC-Family mit Trainerin Bergfeld auf: beim Schmetterlingstanz zum Kaiserwalzer von Johann Strauss mit großen, bunten Flügeln, beim Lichtertanz zu Cohens Halleluja mit LED-Gewändern und gehüllt in weite große Capes beim Fächertanz, den Hannelore mit ihren beiden Enkelkindern Mathilda und Frieda darbot. Zwischendurch herrschte Partytime: Die Showgruppe tanzte zu Candyman, die Musicalgruppe zu einem vierteiligen Wahnsinn-Medley von Wolfgang Petry und Gerlinde Rock/Hansi Batzl zu Roland Kaiser/Maite Kelly. Beim Sketch McDonald’s Drive-in mit Iris Weingärtner und Kaplan Neumann ging es um sprachliche Missverständnisse und Action servierten die Muni Brothers – Toni und Leopold Deglmann aus Furth im Wald – mit ihrer Einradshow: technisch gekonnt und einfallsreich. Alle Akteure versammelten sich am Schluss auf der Bühne unter tosendem Applaus der Gäste und zu Goldglitzer-Regen für das Geburtstagskind Isabelle.